Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

Kontakt für Anfragen:
Marija Milovanovic
marija.milovanovic(at)diagonale.at
Tel.: 01 / 595 45 56

Das Programm der kino:CLASS 2016 als PDF

Unterrichtsmaterial zum Programm 1: Lampedusa im Winter …

Unterrichtsmaterial zum Programm 2: Selbst-/Inszenierung …

Unterrichtsmaterial zum Programm 3: Erinnern an …

Anmeldeformular zum Download

 

Bei der Vermittlungsinitiative Schüler/innen und Lehrlingsvorstellungen wird die Diagonale von der Kulturvermittlung Steiermark, dem Jugendreferat des Landes Steiermark, dem Bundesministerium für Bildung und Frauen sowie von unserem Sponsor Energie Graz unterstützt.

Weiters bedanken wir uns für die Zusammenarbeit bei folgenden Partnern:
checkit – die Jugendkarte des Landes Steiermark, HLW Schrödinger bei dem Projekt „Diagonale- flashmob“ der Schüler/innen: Scouts, ABZ Ausbildungszentrum Lehrwerkstätten Graz- Andritz, Landesberufsschulen Graz 8 und Radio Helsinki 92.6 – Freies Radio Graz im Rahmen des Lehrlings-Vermittlungsprojekts.

Die Diagonale fördert die Medienkompetenz von Jugendlichen und trägt zur Filmbildung bei. Aus diesem Grund bietet die Diagonale seit 2005 ein auf österreichisches Filmschaffen bezogenes Filmprogramm an, das speziell für Schüler/innen konzipiert ist.
Das Lehrlingsprojekt „Lehrlinge analysieren Film“ wurde mit dem Bank Austria Kunstpreis 2012 in der Sparte Kunstvermittlung ausgezeichnet.

kino:CLASS 2016

Das Programm der diesjährigen Schulvorstellungen versammelt aktuelle Diagonale-Wettbewerbsfilme der Gattungen Dokumentar-, Spiel- und Experimentalfilm.

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Murl © Manuel Knoflach, Felix S. Huber

 

Lampedusa im Winter

In Programm 1 präsentieren wir Jakob Brossmanns mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm Lampedusa im Winter. Hinschauen ist gleichzeitig Devise als auch Methode dieses eindrücklichen Porträts der so genannten „Flüchtlingsinsel“ Lampedusa in Süditalien. Im Fokus auf den Alltag der Inselbewohner/innen verweigert Brossmann die hysterischen Bilder tagtäglicher Medienberichterstattung. Ein cleveres Plädoyer für mehr Selbstverständlichkeit und Menschlichkeit im Umgang mit Schutzsuchenden.

Selbst-/Inszenierung

Programm 2 versammelt drei Kurzfilme unterschiedlicher Filmgattungen zum Themenkreis „Inszenierung/ Selbstinszenierung/Selbstdarstellung“. Vom persönlichen Videotagebuch der jungen Filmemacherin Jessyca R. Hauser über das Dokumentarfilmporträt des Linzer Skaters und Lebenskünstlers „Murl“ führt die Reise in ein kleines Off-Theater, in dem ein junger Schauspieler nicht und nicht in seine Rolle finden will. Drei Positionen zu den brennenden Fragen der Generation Selfie: Wie gebe ich mich in der Gesellschaft, wie will ich gesehen werden, wer bin ich?

Erinnern an …

Programm 3 widmet sich in drei sehr unterschiedlichen dokumentarischen Arbeiten dem Erinnern an den 2. Weltkrieg und die Shoah. In #schulausflug folgen wir Schüler/innen bei einer Exkursion in die Konzentrationslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau – Ausflugsroutine und jugendlicher Alltag kollidieren mit Konzepten der Geschichtsvermittlung. Eigensinn und Ansichtssachen widersetzt sich dem Nicht-Sehen-Wollen und Vergessen im Nachkriegsösterreich. In Interviews und animierten Passagen wird jüdisches Leben vor 1945 reflektiert und Zeugnis über Frauen im Widerstand abgelegt. Dazwischen stellt Fridolin Schönwiese in einer kurzen experimentellen Miniatur die Fragen nach Zuschreibungen sowie Klischees und stößt dabei auf die Involviertheit seiner eigenen Familie im NS-Apparat.

 

Programm 1: Lampedusa im Winter

Dienstag, 8. März 2016, 11.00 Uhr
Filmzentrum Rechbauerkino, Filmprogramm: 93 Minuten
Lampedusa im Winter | Jakob Brossmann | AT/ I / CH | 93 Minuten | Italienisch, Englisch, Arabisch, Tigrinya, OmdU

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Lampedusa im Winter © Filmladen

Die Saison ist vorbei, dennoch kehrt in Lampedusa keine Ruhe ein: Bergungen von Flüchtlingen vor der Küste, Proteste von auf der Insel internierten Refugees, Bürger/innen, die sich für die Geflüchteten engagieren. Der Film beleuchtet die Ankunft der Flüchtlingsbewegungen aus Sicht der Lampedusani. Diese offenbart nicht etwa – medial geschürte – Ängste, sondern ungeahnte Solidarität mit jenen, die von der internationalen Politik ebenso alleingelassen werden wie die Inselbewohner/innen selbst.

 

Programm 2: Selbst-/Inszenierung

Mittwoch, 9. März 2016, 11.00 Uhr
Filmzentrum Rechbauerkino, Filmprogramm: 51 Minuten

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Unmensch © Anna-Hawlicek

Continue (Chapter 20 – 24) | Jessyca R. Hauser | AT | 12 Minuten | OmeU
Intime Aufnahmen aus dem „Photo-Booth“-Archiv der Filmemacherin: Sie weint, lacht, hört Musik, raucht, singt, telefoniert, weint wieder, tanzt – alles unter dem stummen Blick der Kamera, während die Musik als Stimmungsseismograf fungiert. Ein mutiges Antiselbstporträt, das den/die Zuschauer/in an einem intensiven und andauernden existenziellen Kampf um Selbstvergewisserung teilhaben lässt.

Murl | Manuel Knoflach & Felix Huber | AT | 15 Minuten | OmeU
Manuel Knoflachs und Felix Hubers Kurzporträt des Linzer Skaters Murl nähert sich einem Lebenskonzept wider jede bürgerliche Konvention an: Murl will seine Leidenschaft zum Beruf machen. Unregelmäßige Nebenjobs, finanzielle Instabilität statt eines geordneten Lebensentwurfs. No risk, no fun: Er skatet, driftet, übt Tricks, stürzt, verletzt sich, verliert aber nie sein inneres Gleichgewicht. Lebensfreude, die ansteckt.

Unmensch | Jasmin Baumgartner | AT | 24 Minuten | OmeU
Während einer Theaterprobe versucht Jasper, seinen Monolog durch den improvisierten Einsatz einer Waffe zu intensivieren – der Regisseur unterstellt ihm daraufhin einen Mangel an menschlicher Emotion und Überzeugungskraft. Als Jasper sich und seine Kunst jenseits der Bühne erneut erprobt, eskaliert die Situation. Ein perfekt getaktetes Lehrstück über Selbstinszenierung und den schmalen Grat zwischen Authentizität und Schauspiel.

 

Programm 3: Erinnern an …

Donnerstag, 10.03.2016, 11.00 Uhr
Filmzentrum Rechbauerkino, Filmprogramm: 64 Minuten

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Eigensinn © Brigitta Freigassner, Miriam Raggam

#schulausflug | Maximilian Liebich | AT | 28 Minuten | OmdU
Ein Schulausflug einer Maturaklasse zu den Konzentrationslagern Auschwitz und Auschwitz-Birkenau: Hollywoodkino als Geschichtsvermittlung im Bus, Rundgang durch die musealisierten Spuren der Verbrechen, Nachbesprechung in der Jugendherberge. So einfach das Konzept ist, so eklatant sichtbar werden die ambivalenten Momente, die mit der notwendigen Aufarbeitung der Vergangenheit einhergehen.

Kopie aus dem Bundesarchiv | Fridolin Schönwiese | AT | 3 Minuten
8mm-Amateuraufnahmen eines Familienidylls in unberührter Natur, montiert mit Fragmenten eines Dokuments aus dem deutschen Bundesarchiv. Ein im steirischen Dialekt vorgelesenes Behördenschreiben rückt die Familie in ein neues Licht. Eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Mechanismen der Legitimierung – und mit Trugbildern einer heilen Welt, an der Hitlers Herrschaft nur scheinbar spurlos vorbeigegangen ist.

Eigensinn & Ansichtssachen | Miriam Raggam & Brigitta Freigassner | AT | 33 Minuten | OmeU
Die Suche nach den weiblichen Spuren in der NS-Geschichte Österreichs: Zeitzeuginnen und Zeitgenossinnen sprechen über jüdisches Leben, Kontinuitäten des Antisemitismus und antifaschistischen Widerstand. Die von der dominanten Geschichtsschreibung ignorierten Protagonistinnen werden hör- und sichtbar: ein filmischer Stolperstein gegen das Vergessen.