Diagonale
Festival des österreichischen Films
16.–21. März 2021, Graz

Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

 

Mit Unterstützung der Embassy of the United States of America.

Dank an Hotel Grand Ferdinand Wien.

Internationale Masterclass: Give Me Liberty

Diagonale’20 Masterclass und exklusive Österreichpremiere:

Kirill Mikhanovsky (Regie und Drehbuch) und
Alice Austen (Drehbuch und Produktion)

 

Masterclass (in English)
in Kooperation mit ADA, Verband Filmregie Österreich und drehbuchFORUM Wien
Locationpartner: Schauspielhaus Graz
Samstag, 28. März 2020, 10.30-13.30 Uhr
Kosten: € 45 / € 35 (für Mitglieder von ADA, Verband Filmregie und drehbuchFORUM / Student/innen)
inkl. Kinoticket für die Österreichpremiere im Rahmen der Diagonale’20 am 26. März um 20.30 Uhr im Schubertkino 1 mit anschließendem Filmgespräch mit Alexander Horwath

Begrenzte Teilnehmer/innenzahl
Anmeldung unter: marius.hrdy(at)diagonale.at
Anmeldeschluss: 20. März 2020

Kirill Mikhanovsky © Kacy Meinecke / Alice Austen © Courtesy of Alice Austen

“We were working with real people, with real disabilities. They bring their joy and pain to the screen – something no actor can learn or be taught, especially given the no-time and no-money situation we were in. And all this energy and their experience and their language infuses the structure.”
Kirill Mikhanovsky auf filmcomment.com

Mit dem Independent-Film Give Me Liberty (US 2019) ist Kirill Mikhanovsky und Alice Austen eine der berührendsten US-amerikanischen Produktionen der letzten Jahre gelungen. Der facettenreiche Spielfilm feierte 2019 seine Premiere auf dem Sundance Film Festival und wurde von der Kritik vor allem für seine Authentizität und die wertschätzende Darstellung der Protagonist/innen – großteils Laiendarsteller/innen – gelobt. „Ein Film als Beweis dafür, wozu das Kino fähig ist – solange es ernst genommen wird“, sagen Diagonale-Festivalleiter Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber über Give Me Liberty.

Der Weg zum fertig produzierten Spielfilm war für die Filmemacher/innen mit vielen Hürden verbunden. Give Me Liberty könnte als Paradebeispiel für die Bewältigung von (finanziellen) Herausforderungen in der US-amerikanischen genauso wie der österreichischen Filmproduktion dienen: verkürzte Dreharbeitszeiten, eingeschränkte Entscheidungsfreiheit zwischen analogem und digitalem Filmen sowie Finanzierungs- und Vertriebsschwierigkeiten aufgrund der Thematik, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Trotzdem folgten Kirill Mikhanovsky (Drehbuchautor und Regisseur) und Alice Austen (Drehbuchautorin und Produzentin) ihrem Instinkt und glaubten an die Vision ihres Films, in der sie eine vermeintlich schwierige Geschichte mit überraschender Leichtigkeit und Humor erzählen.

Im Rahmen einer Masterclass gewähren die Filmschaffenden bei der Diagonale’20 nun Einblicke in ihre filmischen Welten und kreativen Prozesse rund um das Independent Cinema.

„Every step of the movie, we had to thwart these naysayers, and move on. This is the epitome of the American dream by which we stand – we became people stronger than the people we started out as with this film.”
Kirill Mikhanovsky auf filmcomment.com

 

Kirill Mikhanovsky
Kirill Mikhanovsky, geboren in Russland, emigrierte mit seiner russisch-jüdischen Familie Mitte der 1990er-Jahre in die USA und ließ sich in Milwaukee nieder. Sein erster Langspielfilm, Sonhos de Peixe, der 2006 bei der Cannes Critics Week Premiere feierte, spielt in Brasilien und zeigte schon damals Mikhanovskys Talent in der Zusammenarbeit mit Laiendarsteller/innen. Diese Arbeitsweise setzt sich in Give Me Liberty fort. Im Jahr 2017 war Mikhanovsky an Fellipe Barbosas Drehbuch zu dem Spielfilm Gabriel and the Mountain beteiligt, der im gleichen Jahr bei den Filmfestspielen von Cannes zwei Preise gewann.

Alice Austen
Alice Austen, aufgewachsen im Nordwesten der USA, arbeitete mit dem Sprachkünstler Seamus Heaney an der Harvard University, wo sie zeitgleich Rechtswissenschaften studierte. Sie war die erste US-Amerikanerin, die ein Stipendium beim Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte erhielt – und eine von drei Student/innen, die dort das Harvard Human Rights Journal gründeten. Bevor sie auch in der Filmbranche als Produzentin agierte, schrieb und produzierte Austen Theaterstücke, die zahlreich ausgezeichnet und international aufgeführt wurden, darunter eine adaptierte Version von Hermann Hesses Roman „Der Steppenwolf“.

Das Drehbuch zu Give Me Liberty schrieben Kirill Mikhanovsky und Alice Austen gemeinsam. Es basiert auf Mikhanovskys persönlichen Erfahrungen als Van-Fahrer für Menschen mit Behinderungen. Derzeit arbeiten die beiden an ihrem neuen Projekt The Ninth Fall, einem Sci-Fi Thriller, bei dem Mikhanovsky Regie führen wird.

 

„Ein Film als Beweis dafür, wozu das Kino fähig ist – solange es ernst genommen wird. Es gibt so viele kleine Details in diesem Film, so viele präzise gestaltete Charaktere, die sich in einer Umgebung wiederfinden, die die aktuelle Politik und Geschichte auf subtilste und cleverste Weise widerspiegelt. Eine solche Reinheit (vielleicht auch Rohheit) des Kinos ist heutzutage selten.“
Diagonale-Festivalleiter Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber

Give Me Liberty is a jolt of a movie, at once kinetic and controlled. It’s an anarchic deadpan comedy that evolves into a romance just around the time the story explodes. […] It’s moving and sincere, suffused with tenderness and marked by a quiet that suggests that each has found a safe harbor in the other. That may sound corny; it’s not — it’s irresistible.”
The New York Times

Give Me Liberty is remarkable not just for its authenticity but for the way it serves up that authenticity sans self-congratulation. There are no showboating gestures here, only a bone-deep commitment to showing us the lives of individuals often relegated to the cinematic sidelines, to the extent that the movies even notice them all.“
Los Angeles Times

The director and cast have lived these lives. They know how to make light of them, to portray them honestly while finding the joys and insights that would elude less attentive filmmakers. […] Give Me Liberty sees the sunlight beyond the anxiety. If it’s not exactly an optimistic movie, it’s at least a tenacious one, and that, ultimately, is what makes it feel like an American dream.“
npr

 

Give Me Liberty © Give Me Liberty the Movie/LLC

Give Me Liberty (exklusive Österreichpremiere)

R: Kirill Mikhanovsky, US 2019, eOF, 110 min
Donnerstag, 26. März 2020, 20.30 Uhr, Schubertkino 1

Vic fährt einen Krankenwagen, in dem er hauptsächlich körperlich beeinträchtigte Menschen transportiert. Als in Milwaukee, der US-amerikanischen Stadt, die am meisten von Rassenunruhen erschüttert wird, ein Protest ausbricht, muss sich Vic entscheiden, ob er lieber eine Gruppe alter Russ/innen zu einer Beerdigung fährt oder einer jungen schwarzen Frau mit ALS hilft. Die Komödie, die an einem einzigen Tag und größtenteils im Transporter spielt, besetzte Regisseur und Drehbuchautor Kirill Mikhanovsky fast komplett mit Laiendarsteller/innen, viele von ihnen fortgeschrittenen Alters und körperlich beeinträchtigt.
Give Me Liberty feierte seine Premiere 2019 auf dem Sundance Film Festival.

Der Film Give Me Liberty läuft in Referenz zur Verleihung des Franz-Grabner-Dokumentarfilmpreises 2020. Der Franz-Grabner-Preis wird jährlich an den besten Kinodokumentarfilm sowie den besten Fernsehdokumentarfilm verliehen. Der diesjährige Festredner Alexander Horwath hat sich dafür entschieden, „mit Filmen zu sprechen“. Folglich werden – ergänzend zum gesprochenen Wort bei der Verleihung – zwei Filme gezeigt, die sehr nah an den Grenzen des „nicht-fiktionalen“ Kinos anzusiedeln sind: Kirill Mikhanovskys Give Me Liberty und Gerhard Friedls Essayfilm Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?

 

Give Me Liberty © Give Me Liberty/MFG Production