Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

Der Trailer ist seit Anfang Februar österreichweit
in folgenden Kinos zu sehen:

Admiral Kino / Wien
Burg Kino / Wien
Cine4you Kino / Hartberg
Cinema Paradiso / Baden
Cinema Paradiso / St. Pölten
Cinematograph / Innsbruck
City Kino / Linz
DAS KINO / Salzburg
De France / Wien
Diesel Kinos Österreich
Filmcasino / Wien
Filmzentrum im Rechbauerkino / Graz
Gartenbaukino / Wien
Jöslar – Lokal, Laden, Kino / Andelsbuch
Kino Freistadt
Kino Hasewend / Eibiswald
Kino im Kesselhaus / Krems
KIZ RoyalKino / Graz
Leokino / Innsbruck
Metro Kino / Bregenz
Metro Kino / Wien
Moviemento / Linz
Programmkino Wels
RIO Kino / Feldkirch
Schikaneder / Wien
Schubertkino / Graz
Spielboden / Dornbirn
Stadtkino Bruck
Stadtkino / Wien
Star Movie Kinos Österreich
Theatiner Film / München
Top Kino / Wien
UCI Kinowelt Annenhof / Graz
Votiv Kino / Wien
Werkstattkino / München

Diagonale’19-Trailer von Johann Lurf

Mit Hilfe einer entsprechenden Brille kann der Trailer hier auch in 3D betrachtet werden:

 

Eine Koproduktion von Diagonale und Kunsthaus Graz

Für die Diagonale’19 gestaltet Johann Lurf, der 2018 für sein international gefeiertes immersives „Searched-Footage“-Opus-magnum ★ (AT 2017) mit dem Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz bedacht wurde, den Festivaltrailer mit dem Titel Nationalismus ist Gift für die Gesellschaft. Im Original mit zwei 35mm-Kameras und in 3D gedreht, ist der Trailer ein digitales Exzerpt des Fünfminüters Cavalcade, der im regulären Programm der Diagonale zudem als 3D-Projektion zu sehen sein wird.

Eine starre Einstellung auf ein bunt strahlendes Wasserrad, das sich im nächtlichen Flusslauf dreht. Das Setting von Cavalcade erscheint simpel. Der Effekt von Johann Lurfs Film über die Grundparameter des Mediums gründet jedoch auf einer ausgeklügelten Versuchsanordnung: auf dem Zusammenspiel von Licht, Aufzeichnungsapparatur und kinetischer Energie, ohne das die Illusion von Stillstand und Bewegung nicht zustande käme.

Mit einem wachsenden Œuvre poetisch-akribischer Ortserkundungen zählt der 1982 geborene Johann Lurf zu den versiertesten Vertreter/innen der heimischen Filmavantgarde. Mal aus originärem Material, mal aus gefundenem Footage generiert der Wiener Filmemacher präzise Arbeiten, die gleichzeitig einen unvergleichlich gekonnten Umgang mit der Klaviatur des Kinohandwerks erkennen lassen. Analog, digital, körperlich und kontemplativ mutet das Lurf’sche Kino an – wie ein fein gestimmtes Instrument, mithilfe dessen er subtile Perspektiv- und Wahrnehmungsexperimente anstellt. Der Blick auf die Welt ist nach einem Lurf-Film nicht mehr derselbe: Verortungen von bekannten Umgebungen werden in seinen im besten Sinne stilistisch heterogenen Werken infrage gestellt, filmische Topoi in ihrer Unendlichkeit erforscht.

Die Werke Johann Lurfs bedeuten stets ein filmisches Erkunden – ein Erkunden, das nun auch bei der Diagonale’19 seine Fortsetzung finden soll. Im Kino. Auf der Leinwand. In Form des Diagonale’19-Trailers, der unter dem Titel Nationalismus ist Gift für die Gesellschaft das Medium Film auch politisch denkt. Ebenjener politische Ansatz wird darüber hinaus in einem von Johann Lurf eigens für das Festival des österreichischen Films kuratierten Kurzfilmprogramm weitergedacht und vertieft. Zur Aufführung gelangen im Rahmen dieses Carte-Blanche-Programms in der Reihe In Referenz internationale Arbeiten, etwa der neue Dokumentarkurzfilm Cablestreet von Regisseurin Meredith Lackey, der zudem von Laura Poitras (u. a. Citizenfour) produziert wurde und der seine Europapremiere – nach der Uraufführung beim diesjährigen Sundance Film Festival – in Graz feiert. Eine kleine Sensation!

Kurzfilmprogramm „Agitation – Ästhetik – Politik“

Wie können wir formal präzise mit neuen Blickwinkeln gegen starre Denkmuster arbeiten?
Der Künstler des Diagonale’19-Trailers versammelt historische und aktuelle Filmarbeiten, die politisches Denken, Sprechen, Handeln und Filmemachen als gegenwärtig dringlich ausweisen. Allesamt hinterfragen sie scheinbar Gegebenes. Mit welchen Strategien beleuchten Filmschaffende politische Gegenwart und bewegen die Betrachtenden?
Ohne Bewegung keine Veränderung – das Bewegtbild als Denkanstoß. Mit Filmen von Harun Farocki, Karpo Godina, Tzion Abraham Hazan, Meredith Lackey und Hubert Sielecki.

Ausstellung im Kunsthaus Graz

Vom 13. März bis 22. April 2019 präsentiert das Kunsthaus Graz zudem die Ausstellung Johann Lurf – Earth Series mit Laura Wagner und Cavalcade im Space03.
— Eröffnung: Dienstag, 12. März 2019, 19 Uhr
— Gespräch und Screenings – Jun Yang vs. Johann Lurf: Dienstag, 19. März 2019, 17–18 Uhr

„Im Rahmen der Diagonale zeigt Johann Lurf im Kunsthaus Graz die gemeinsam mit Laura Wagner entstandene Serie Earth Series neben Cavalcade, einem Bildelement und Prop seines neuesten Kurzfilms und Trailers für die Diagonale. Das Wasserrad mit aufgemalten konzentrischen Mustern fügt sich mit den Bildmontagen aus Filmstills des Planeten Erde zu einer konzentrierten Ausstellung über visuelle Täuschungen im Bewegtbild: eine aufregend-sinnliche Untersuchung des filmischen Realitäts-, Illusions- und Imaginationspotenzials.
—— Katrin Rosalind Bucher Trantow, Chefkuratorin Kunsthaus Graz

 

Johann Lurf, geboren 1982 in Wien. Von 2002 bis 2009 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien. Der Filmemacher lebt und arbeitet in Wien.

Filme/Videos (Auswahl): ★ (AT 2017), Capital Cuba (AT/CU 2015), Twelve Tales Told (AT 2014), EMBARGO (AT 2014), Picture Perfect Pyramid (AT 2013), RECONNAISSANCE (AT/US 2012), Kreis Wr.Neustadt/A to A (AT 2011), Endeavour (AT 2010), Zwölf Boxkämpfer jagen Viktor quer über den großen Sylter Deich 140 9 (AT 2009), 12 Explosionen (AT 2008), Vertigo Rush (AT 2007)

Preise/Stipendien: Diagonale-Preis Innovatives Kino 2018 (★) / Norman, Stuttgarter Filmwinter 2013 (Kreis Wr.Neustadt) / Best Experimental Documentary, Jihlava International Documentary Film Festival 2011 (Endeavour) / MAK-Schindler-Stipendium, Los Angeles 2011 / Diagonale-Preis Innovatives Kino 2008 (Vertigo Rush)

Die Diagonale dankt dem Umsetzungspartner des Diagonale’19-Trailers The Grand Post – Audio & Picture Post Production sowie dem Kunsthaus Graz.