Diagonale
Festival des österreichischen Films
28. März–2. April 2017, Graz

Filmprogramm | Spielplan | Regisseur/innen


Mittwoch, 29.03.
20:00 Uhr, UCI Annenhof Saal 6
Samstag, 01.04.
16:00 Uhr, KIZ Royal

SIEBZEHN

Spielfilm, AT 2017, 104 min, 29.03.: dOF / 01.04.: OmeU
Sammelprogramm: Wettbewerb Spielfilm: O! FORTUNA! work in progress I-IV & SIEBZEHN

Zwischen Schule, Dorfdisko und Jugendzimmer sind die Wege der 17-jährigen Paula in einem niederösterreichischen Kaff eigentlich längst ausgetreten. Doch plötzlich macht die Liebe vieles neu, und im Begehren scheint gar alles möglich. SIEBZEHN ist die fein tarierte Sturm- und Drangbeschreibung einer einzigartigen Zeit.

So viel Begehren auf den Blickachsen quer durch die Dorfdisko, doch sie brechen nicht unter der Last, im Gegenteil: Sie scheinen befeuert, beflügelt, sie schwingen und sie biegen sich und bohren sich ganz tief. Dann wird getanzt.
Außerordentlich subtil gelingt es der österreichischen Regisseurin Monja Art, mit ihrem Spielfilm SIEBZEHN dem Gefühl einer einzigartigen Lebenszeit nachzuspüren, den Verstrickungen der ersten Lieben und den unerwarteten Lektionen, die daraus oft resultieren.
Paula (ausdrucksstark und einnehmend: Elisabeth Wabitsch) ist in dem kleinen Haus, in dem sie mit ihrer Schwester und ihrem Vater in einem Kaff in Niederösterreich wohnt, primär damit beschäftigt, sich für die Schule vorzubereiten. Und ein bisschen auch auf das Leben natürlich. Was das wirklich sein soll, kann sie aber nur ahnen – und sie merkt allmählich, dass es womöglich bedeutend anders verlaufen wird als das Leben ihrer Freund/innen. Sie fühlt sich zu ihrer Mitschülerin hingezogen, doch die erwidert ihre Liebe nicht.
Monja Art, die bereits mit ihrem Dokumentarfilm Forever Not Alone (in Koregie mit Caroline Bobek) die besonderen Dynamiken zwischen Mädchenfreundschaften thematisiert hat, kann nun mit dem fiktionalen, doch autobiografisch inspirierten SIEBZEHN sehr feinfühlig und präzis jene umwälzenden Gefühlsdramen erfassen, die für immer prägen. Vieles, das Paula jetzt erschüttert und noch erschüttern wird, liegt dabei im Beiläufigen, scheinbar Unspektakulären. Umso klarer erkennt sie bald ihre Möglichkeiten.
(Katalogtext, az)

Es war ganz klar für mich, dass SIEBZEHN nur in Niederösterreich spielen kann, weil meine Jugend auch in Niederösterreich gespielt hat. Wo man all seine Freund/innen am Wochenende in der kleinen Dorfdisko trifft, gesammelt mit seinen Freund/innen mit dem Bus zur Schule fährt, oft von einem Kaff ins andere, und man die Freizeit draußen verbringt, auf der kleinen Holzbank beim Feld oder beim Teich im Wald, und keine Sehnsucht nach der großen Stadt besteht, weil ja alles da ist – alles, was großartig ist, und zugleich alles, was furchtbar wehtun kann. Ich habe versucht, von sehr vielen verschiedenen Liebeskonstellationen zu erzählen. Ich habe ein großes Faible für schwierige Liebeskonstellationen, für unerfüllte und auch unmögliche Liebe und ganz besonders für Sehnsucht. Ich mag diese verpassten Möglichkeiten, diese Beinahelieben. Ich mag den Herzschmerz womöglich lieber als das reine Glück.
(Monja Art) 

siebzehn-derfilm.at
orbrock.com

Regie: Monja Art
Buch: Monja Art
Darsteller/innen: Elisabeth Wabitsch, Anaelle Dézsy, Alexandra Schmidt, Alexander Wychodil, Leo Plankensteiner, Christopher Schärf, Bogdan Hrnjak, Musa Ramadanoski, Magdalena Wabitsch, Daniel Press, Martina Poel, Reinhard Nowak, Clara Luzia
Kamera: Caroline Bobek
Schnitt: Monja Art, Claudia Linzer
Ton: Hjalti Bager-Jonathansson
Sounddesign: Bernd Dormayer, Michael Schreiber
Szenenbild: Conrad Moritz Reinhardt
Kostüm: Christine Ludwig
Produzent/innen: Ulrich Gehmacher
Produktion: Orbrock Filmproduktion