Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

Diagonale Film Meeting’17: Nachlese

 

Wen interessiert’s? Popularität und Potenzial des österreichischen Films im Inland

 

Dominik Tschütscher zum Geleit
Die Frage nach der Popularität und dem Potenzial des österreichischen Films im Inland ist keine neue, aber es war an der Zeit, sie wieder zu stellen. Die Diagonale’17 hat an zwei Tagen Branchenvertreter/innen eingeladen, um über Problem- und Potenzialfelder zu diskutieren.

Die Branche spürt den (derzeit noch selbst auferlegten) Druck einer Rechtfertigung für oftmals ernüchternde Zahlen am heimischen Markt. Es ist eine brancheninterne Diskussion, die immer mehr nach außen dringt – eine nicht ungefährliche Entwicklung, wenn man nicht die richtigen Antworten und Argumente parat hat, sollten die Fragen auch von außen von anderen kommen.

Vor dem Handlungs- besteht Diskussionsbedarf, um zu verhindern, dass die Positionen nicht wie so oft nach Frontenbildung verharren. Diese Positionen sind aus den Statements der Mitwirkenden schön ablesbar. Die Branche täte gut daran, sich den Fragen, die sich aus den Statements ergeben, nicht zu verwehren: Wie „Erfolge“ und „Misserfolge“ beurteilen und bewerten? Wie sinnvoll und valide ist der ständige Blick auf Zuschauerzahlen (im Kino wie auch im Fernsehen)? Ist das oft genannte „Mittelmaß“ ein ernst zu nehmendes Problem?

Gemein ist vielen der Statements die vielerorts keimende Sehnsucht nach Veränderung. Ihr gegenüber steht die Beobachtung einer zunehmend selbstreferenziellen Branche, die etablierte Strukturen schützen möchte. Manche Branchenvertreter/innen fordern eine Reform der Filmförderung oder eine strengere Selektion in der Fördervergabe – oft aber mit unterschiedlicher Zielsetzung. Manche wünschten sich mehr Verwertungsvisionen abseits der Kinostarts. Meinungen und Argumente sind vielfältig, die Notwendigkeit der Veränderung hingegen unausweichlich. Die Nachlese zum Diagonale Film Meeting versammelt ausgewählte Debattenbeiträge und Statements und möchte eine Basis für weitere Überlegungen bieten.

Wir danken allen Mitwirkenden des Diagonale Film Meetings’17 sowie unseren Partnern Fernsehfonds Austria und FISA – Filmstandort Austria!


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Eingangsstatement Roland Teichmann

 

Herr Teichmann, wie beschreiben Sie den Status quo und die Marktrealität? Und wo gibt es noch Potenzial?

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Roland Teichmann ist seit Mai 2004 Direktor des Österreichischen Filminstituts. Er sitzt in der 5-köpfigen Projektkommission des ÖFI und vertritt es bei den Entscheidungen des ORF Film/Fernseh-Abkommens. Seit 2005 veröffentlicht das ÖFI jährlich den Filmwirtschaftsbericht.

 

Video Kinogeher/innen #1 – Linz

gestaltet von Jakob Brossmann (Regie), Barbara Sas (Schnitt) und Serafin Spitzer (Kamera)
Redaktion: Dominik Tschütscher

 

5-Minuten-Inputs zur Diskussion: Welche Filme und Geschichten? Für welches Publikum?

 

Frau Brainin-Donnenberg, gibt es genug Geschichten und für wen erzählen wir sie überhaupt?

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Wilbirg Brainin-Donnenberg ist Filmkuratorin und hat gemeinsam mit Barbara Pichler das Diagonale- Branchentreffen aufgebaut. Seit 2012 ist sie Leiterin des drehbuchFORUM Wien, das Weiterbildungs- und Stoffentwicklungsprogramme anbietet. Sie initiierte auch den Drehbuchwettbewerb „If she can see it, she can be it – Frauen*figuren jenseits der Klischees“.

 

Herr Grasser, warum schreiben Sie auf Facebook: „Es muss sich was ändern, so verliert die Branche ihre Legitimation“?

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Helmut Grasser ist Präsident des Produzentenverbandes Film Austria und Geschäftsführer der Produktionsfirma Allegro Film, die Filme realisierte wie „Die Hölle“ (2017), „Bauer Unser“ (2016), „Gruber geht“ (2015), „Das finstere Tal“ (2014), „Let´s make MONEY“ (2008), „We Feed the World“ (2005), „In 3 Tagen bist du tot“ (Teil 1 und 2, 2006/2008) sowie „Hundstage“ (2002).

 

Herr Keuschnigg, ist das Genre-Kino wirklich eine Chance für den österreichischen Film? Und können wir das überhaupt: gutes Genre-Kino?

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Markus Keuschnigg war bis 2016 als Filmkritiker für Die Presse und Radio FM4 tätig. 2010 gründete er das /slash Filmfestival in Wien. Für Aktivitäten, Anliegen und ein Netzwerk abseits des „Festivals des Fantastischen Films“ wurde 2013 das Institut Schamlos ins Leben gerufen.

 

Frau Franz, beschäftigt Sie als Filmemacherin die Diskussion rund um die Popularität des österreichischen Films überhaupt?

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Veronika Franz war bis 2014 Filmkritikerin beim Kurier und ist Vorstandsmitglied des Verbands Filmregie Österreich. Seit 1997 begleitet sie die Arbeit von Ulrich Seidl als Drehbuchautorin und künstlerische Mitarbeiterin. Ihr Regiedebüt gab sie 2012 mit dem Dokumentarfilm „Kern“. Ebenfalls in Ko-Regie mit Severin Fiala realisierte sie 2014 den Spielfilm „Ich seh Ich seh“.

 

Herr Mis, „Bauer unser“, „Holz Erde Fleisch“ oder die ORF Landkrimis: Bieten regionale Spezialitäten neues Publikumspotential?

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Heinrich Mis ist Leiter der ORF-Hauptabteilung Fernsehfilm (seit 2003) und verantwortet u.a. die Herstellung von Serien wie „Schnell ermittelt“, „Vorstadtweiber“ und „Braunschlag“, Event-Programme wie „Das Sacher“ und „Maximilian“ sowie Filme der Reihen Landkrimi und Tatort. Er ist auch Mit-Entscheidungsträger beim ORF Film/Fernseh-Abkommen, das neben Spielfilmen auch Dokumentar- und Nachwuchsprojekte kofinanziert.

 

Frau Fränzen, wem gegenüber muss sich österreichische Filmkunst überhaupt rechtfertigen?

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Barbara Fränzen sitzt im Aufsichtsrat des Österreichischen Filminstituts und ist seit 2008 Leiterin der Filmabteilung des Bundeskanzleramtes Österreich. Das BKA entscheidet auf Empfehlung des Filmbeirats über die Förderanträge. Die Filmförderung des Ministeriums wird seit 2005 im Katalog „Innovative Film Austria“ dokumentiert.

 

Video Kinogeher/innen #2 – Star Movie Wels

gestaltet von Jakob Brossmann (Regie), Barbara Sas (Schnitt) und Serafin Spitzer (Kamera)
Redaktion: Dominik Tschütscher

 

5-Minuten-Inputs zur Diskussion: Demnächst (nur) im Kino!

 

Herr Steininger, Anlaufstelle für österreichische Filme und regionales Filmschaffen, Filmkulturzentrum… – erwarten alle zuviel von den Programmkinos?

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Wolfgang Steininger 1984 Gründer der Local-Bühne Freistadt, seit 1990 Geschäftsführer des Linzer Innenstadtkinos Moviemento, 1999 kam das City-Kino hinzu. 2016 liefen 306 Erstaufführungen im Moviemento, 46 Erstaufführungen österreichischer Filme, die es auf 19.572 Besucher von insgesamt 88.887 brachten.

 

Herr Stejskal, es gibt 50 österreichische Filme pro Jahr: Welche und wie viele machen für Ihr Geschäft und das der Kinos Sinn?

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Michael Stejskal ist Gesellschafter und Geschäftsführer des Filmladen und Luna Filmverleihs, Mitbegründer und Geschäftsführer des Votivkinos und De France sowie Geschäftsführer des Cine Centers in Wien. Mit dem Filmladen bringt er jährlich rund 40 Filme in die Kinos, darunter 7 bis 9 österreichische.

 

Frau Mückstein, was erwarten sich Filmemacher/innen noch vom Kino und Kinostart?

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Katharina Mückstein studierte Regie und Produktion an der Filmakademie Wien. „Talea“ (2013) war ihr erster Spielfilm, 2017 folgt „L’Animale“. 2010 gründete sie gemeinsam mit drei Kolleg/innen La Banda Film. La Banda Film produzierte bislang „Talea“, „Holz Erde Fleisch“ (2016) und aktuell „TIERE UND ANDERE MENSCHEN“ sowie “L’Animale“ in Koproduktion mit der NGF Geyrhalterfilm.

 

Herr Schuld, wo bleibt das junge Publikum und was will es vom Film und Kino?

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Boris Schuld ist seit 2015 Ko-Leiter des YOUKI – Internationales Jugend Medien Festival in Wels, arbeitet im Medien Kultur Haus und betreut dort die Jugendmedienprojekte.

 

Herr Shetler, ist die Eventisierung eine Crux oder Chance für das Kino und den österreichischen Film?

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Norman Shetler führt seit Dezember 2008 das Gartenbaukino Wien. Das von der Stadt Wien subventionierte historische Einsaal- Kino ist die wohl prominenteste Spielstätte für Filmpremieren, Festivaleröffnungen und Eventveranstaltungen der Hauptstadt.

 

Kinogeher/innen #3 – Programmkino Wels

gestaltet von Jakob Brossmann (Regie), Barbara Sas (Schnitt) und Serafin Spitzer (Kamera)
Redaktion: Dominik Tschütscher

 

Sichtweisen zum Image des österreichischen Films:

Status quo vadis

 

Brigitta Burger-Utzer

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Mitbegründerin von sixpackfilm (1990), eine Organisation für internationalen Verleih und Vertrieb österreichischer künstlerischer Filme und Videos, seit 1992 Geschäftsführerin. Sie organisiert zahlreiche Filmschauen in Wien und im Rahmen von internationalen Filmfestivals.

 

Claus Philipp

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Bis 2008 Kulturressortleiter des Der Standard, wo er auch die DVD-Edition „Der österreichische Film“ gestartet hat, die er weiterhin mitkuratiert. Seit 2009 Leiter des Stadtkinos Wien und des dazugehörigen Filmverleihs. Jährlich bringt der Verleih im Durchschnitt fünf bis sechs österreichische Filme ins Kino.

 

Heinrich Mis

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Als Leiter der ORF-Hauptabteilung Fernsehfilm (seit 2003) verantwortet Mis u.a. die Herstellung von Serien wie „Schnell ermittelt“, „Vorstadtweiber“ und „Braunschlag“, Event-Programme wie „Das Sacher“ und „Maximilian“ sowie Filme der Reihen Landkrimi und Tatort. Er ist auch Mit-Entscheidungsträger beim ORF Film/Fernseh-Abkommen, das neben Spielfilmen auch Dokumentar- und Nachwuchsprojekte kofinanziert.

D17_Filmmeeting_c_Diagonale Alexi Pelekanos

Diagonale Film Meeting
29. und 30. März 2017
Hotel Wiesler Graz

Das zweitägige Programm des Film Meetings 2017 finden Sie hier.

Das Programmheft zum Download als PDF

Audio-Aufnahmen aller Diskussionen und Präsentationen können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden: presse@diagonale.at