Diagonale
Festival des österreichischen Films
28. März–2. April 2017, Graz

 

13. und 14. März 2013
Hotel Weitzer, Graz

Das detaillierte Programm des Branchentreffens zum Download:
Diagonale 2013_Branchentreffen

Videos des Branchentreffens 2013

 

Das Branchentreffen 2013 wurde unterstützt von: creativ wirtschaft austria/part of evolve, Fernsehfonds Austria/RTR, bm:ukk – Cultural Contact Point Austria, MEDIA Desk Österreich und Canon sowie ecoversum (Zertifizierung des Branchentreffens im Hotel Weitzer als Green Meeting).

Partner Marketplace: innovative Film Austria/bm:ukk, drehbuchFORUM wien, MEDIA Desk Österreich

Diagonale-Branchentreffen 2013

Modelle der Stoff- und Projektentwicklung

Das zweitägige Diagonale-Branchentreffen war 2013 dem Thema Stoff- und Projektentwicklung gewidmet.
International betrachtet ist in der Filmbranche ein auffälliger Trend feststellbar: in den letzten Jahren entstanden vermehrt Stoffentwicklungsprogramme mit intensivem Austausch zwischen Kreativen, Workshops zur Stoff- und Projektentwicklung mit Pitching-Möglichkeiten und Trainings für „creative producers“. Die Branche widmet der Stoff- und Projektentwicklung nicht nur mehr Aufmerksamkeit, sondern sucht gleichzeitig nach finanzierbaren Möglichkeiten, die Qualität zu steigern. Allerdings stehen die tatsächlichen Bedingungen diesen Bemühungen oft im Wege: Drehbuchautor/ innen müssen sehr lange in Vorleistung gehen, prekäre Arbeitsverhältnisse sind der Regelfall und auch Produktionsfirmen stehen unter dem Druck, Projekte möglichst schnell zu realisieren.

Die Bereiche Stoff-/Projekt-/Formatentwicklung ermöglichen die Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von branchenrelevanten Tendenzen und Problemstellungen: Wie kann ein gutes Buch entwickelt werden? Welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Autor/innen, Dramaturg/innen, Regisseur/innen und Produzent/innen bewähren sich? Unter welchen Bedingungen kann das Trio Buch, Regie, Produktion gestärkt werden? Welche Filme können innerhalb eines Fördersystems entstehen? Welche Bandbreite an filmischen Formen ist möglich? Was bedeutet dies für die Nachwuchsförderung? Welche Stoffe können überhaupt entwickelt werden? Wie sieht es mit den Chancen für innovative Projekte aus? Um nur einige der Fragestellungen zu nennen.

Zum Auftakt hielt die renommierte dänische Drehbuchautorin, Dramaturgin und Produzentin Vinca Wiedemann (Zentropa Film) einen impulsvortrag über die kreative Zusammenarbeit in der Stoffentwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven und die Möglichkeiten der Filmförderung, diese Prozesse zu unterstützen.

Nach einem Panel zu konkreten Erfahrungen in der Kooperation zwischen Autor/innen, Dramaturg/innen, Regisseur/innen und Produzent/innen gab die niederländische Produzentin Stienette Bosklopper Auskunft über ihre langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Regisseurin Nanouk Leopold.

Katriel Schory, erfahrener Produzent und langjähriger Leiter des Israel Film Fund, hielt ein Plädoyer für den „creative producer“. Außerdem stellte er Strategien vor, wie Förderstellen zur Verbesserung der Qualität von Filmen beitragen können.

Um die neuen Kooperationsmodelle bei TV-Serien, wie z.B. Writers-Room oder Showrunner-Prinzip, zu präsentieren, konnten wir den Drehbuchautor und Produzenten Frank Spotnitz (The X-Files und Hunted) gewinnen, der über seine Erfahrungen in den USA und das Übertragen dieser Arbeitspraxis bei der BBC berichtete.

Zusätzlich fanden Impulse für dokumentarische Formate statt, etwa zu den seit Jahren äußerst erfolgreichen und vielfach preisgekrönten holländischen Fernsehdokumentarfilmen für Kinder und Jugendliche.

Wenn sich die Berufsbezeichnung nach und nach vom Drehbuchautor / von der Drehbuchautorin zum „creator of content“ wandeln soll, spiegelt das auch die sich verändernde Auftragslage und neue Arbeitsweisen im digitalen Zeitalter wider – sowohl in ästhetischer als auch in narrativer Hinsicht. Wie verändert das unsere Filmkultur? Nach einer Einführung in das Crossmedia-Storytelling und Produzieren durch Tishna Molla (Power to the Pixel, UK) wurde anhand einer konkreten Case-Study die Entstehung eines Projekts auf verschiedenen Medienplattformen dargestellt und diskutiert.

Der Fokus des Diagonale-Branchentreffens lag wie immer auf der praxisnahen Analyse durch den konkreten Erfahrungsaustausch mit Kolleg/innen aus dem In- und Ausland. Anhand von Impulsreferaten renommierter Expert/innen, europäischen Case-Studies und Best- Practice-Methoden sollen unterschiedliche Modelle vorgestellt sowie deren spezifische Eigenschaften und Auswirkungen auf die jeweilige Filmlandschaft diskutiert werden. Die bewährten One-on-One- Meetings mit den Referent/innen wurden durch einen Marketplace der wichtigsten Stoff- und Projektentwicklungsprogramme erweitert, in dem die Vertreter/innen der jeweiligen Programme wie etwa Berlinale Talent Campus, eAVe, Maia Workshops, MeDiA, nipkow Programm, Sources 2, TorinoFilmlab und die nationalen Angebote für Stoff- und Projektentwicklung zum Gespräch zur Verfügung stehen.