Diagonale
Festival des österreichischen Films
28. März–2. April 2017, Graz

Filmprogramm | Spielplan | Regisseur/innen


Mittwoch, 29.03.
16:00 Uhr, Rechbauer

Gyre

Innovatives Kino kurz, AT 2010, 9 min, kein Dialog
Sammelprogramm: Zur Person Andi Winter: Kino

Björn Kämmerers Kinoexperiment war aus meiner Sicht vor allem anstrengende, konzentrierte Handarbeit. Das Einstellen der Schärfe während dieser Schienenfahrt, geschwenkt auf ein rotierendes Gebilde, auf Film und ohne brauchbare Ausspiegelung (Livebild) war herausfordernd.

Kino, damit verbindet man große Säle, gewichtige Filme, „galante“ Premieren. Im konkreten Fall ist Kino aber der Titel eines Kurzfilmprogramms. Darin eine kleine Vorführkabine, vielleicht länger nicht gesehene Kinoexperimente, traurige Tropen, nein Wüsten, hoffentlich leichtfüßige Videos, ein Faraday’scher Käfig voller Narren, ein lustiges Begräbnis und ein aberwitziger Trailer. Weil Kino im Sinne des Vorführens bzw. der Aufnahme auch Materialität ist, versammelt das Programm eine Vielzahl von Filmformaten: MiniDV, 16mm, 35mm und DCPs (digitale Filmkopien). Zu all diesen Kurzfilmen habe ich beigetragen, mal mehr und mal weniger, und das verbindet diese Filme, das heißt „Kino“ in diesem Fall.
(Andi Winter)

Zur Person
Wer ist Andi Winter? Ein Phantom? Keineswegs. Mit Andi Winter widmet sich die Programmschiene „Zur Person“ einer Integrationsfigur aus der vermeintlich „zweiten Reihe“. Als Filmvorführer, Cutter, Color Grader, Schauspieler, Regisseur, Vernetzer, Kameramann und -assistent ist Winter an Produktionen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung beteiligt. Zu behaupten, der österreichische Filmkosmos drehe sich nicht selten um integrative Multitalente wie Andi Winter, ist vor diesem Hintergrund beileibe nicht zu hoch gegriffen. „Zur Person’17“ – ein „Working Class“-Spotlight mit einem sehenswerten Querschnitt aus Spielfilmen, Musikvideos und experimentellen Arbeiten von, mit und rund um Andi Winter. 

Regie: Björn Kämmerer
Weitere Credits: Kameraassistenz: Andi Winter, Christian Flatzek