Diagonale
Festival des österreichischen Films
28. März–2. April 2017, Graz

Filmprogramm | Spielplan | Regisseur/innen


Freitag, 31.03.
13:30 Uhr, Rechbauer

Das surreale Musikvideo zu Caribous Hit „Sun“: Im internationalen, atmosphärisch augenscheinlichen Vorbild für das Video Bunny Lake – Satellite Sky tanzt eine Gruppe von Frauen ungelenk in einem Ballsaal – ganz so als wären sie im Freien, um ihre Hände himmelwärts zu strecken. Um ganz bei sich zu sein, so lange bis eine Gruppe Tänze- r/innen dazustößt.

Unter dem Titel „Freundinnen von Freunden von Freundinnen – Film, Kino, Netzwerk“ verschreibt sich ein Slot der Reihe “Zur Person” dem Netzwerkgedanken im österreichischen Filmschaffen bzw. der Frage, wie viele Räder ineinandergreifen, um einen Film zu realisieren. Als Ausgangspunkt des ausgedehnten Kinogesprächs dient der Thriller Blackstory (R: Stefan und Christoph Brunner, AT 2012), dessen Crew- und Besetzungsliste sich wie ein kleines Who-is-Who der gegenwärtigen Filmbranche liest und in Österreich zu Unrecht nur wenig Beachtung gefunden hat – trotz Auszeichnung für das beste unverfilmte Drehbuch auf dem Filmfestival der Filmakademie Wien 2007. Zuvor – quasi als programmatischer Opener – kollidiert ein österreichisches Musikvideo für die Band Bunny Lake mit seinem augenscheinlichen internationalen Vorbild. Nicht immer beschreiben die Menschen, oft auch die Bilder ein Netzwerk.

Zur Person
Wer ist Andi Winter? Ein Phantom? Keineswegs. Mit Andi Winter widmet sich die Programmschiene „Zur Person“ einer Integrationsfigur aus der vermeintlich „zweiten Reihe“. Als Filmvorführer, Cutter, Color Grader, Schauspieler, Regisseur, Vernetzer, Kameramann und -assistent ist Winter an Produktionen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung beteiligt. Zu behaupten, der österreichische Filmkosmos drehe sich nicht selten um integrative Multitalente wie Andi Winter, ist vor diesem Hintergrund beileibe nicht zu hoch gegriffen. „Zur Person’17“ – ein „Working Class“-Spotlight mit einem sehenswerten Querschnitt aus Spielfilmen, Musikvideos und experimentellen Arbeiten von, mit und rund um Andi Winter. 

Regie: Simon Owens