Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

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Calle López
Dokumentarfilm, MX 2013, Schwarzweiß, 80 min., OmeU
Diagonale 2014

Regie: Lisa Tillinger, Gerardo Barroso Alcalá
Buch: Lisa Tillinger, Gerardo Barroso Alcalá
Kamera: Lisa Tillinger, Gerardo Barroso Alcalá
Schnitt: León Felipe Gonzalez
Originalton: José Miguel Enriquez, Alejandro de Icaza
Musik: Galo Durán
Sounddesign: José Miguel Enriquez, Alejandro de Icaza
Produzent/innen: Gerardo Barroso Alcalá, Milko Luis Coronel
Produktion: Axolote Cine (MX)
Koproduktion: Ki Visual (MX), Ajenjo Cine (MX)

 

Bestes Sounddesign Dokumentarfilm 2014

Still beobachtend taucht die Kamera in die Calle López, eine der belebtesten Straßen von Mexiko-Stadt, ab. In sinnlichem Schwarz-Weiß dokumentiert sie dort die Routinen einer regelrecht verblüffenden Arbeitsvielfalt. Fragmentarische Handlungen fügen sich einer visuellen Dramaturgie des Alltags ein und formulieren eine übergreifende Momentaufnahme stadtzeitlicher Parallelität: filmische Poesie inmitten tagtäglicher Wiederkehr.

Katalogtext Diagonale 2014:
Still beobachtend taucht die Kamera in eine der belebtesten Ecken von Mexiko-Stadt ein: die Calle López im Herzen der Downtown. Vorerst zieht hier nur ein Straßenkehrer gemächliche Runden. Seine Zigarette glimmt verführerisch im Schwarz einer Nacht, die ihre letzten Atemzüge tut, bevor die Ruhe für einen weiteren Tag dem Trubel weicht.

Es ist diese bevorstehende Betriebsamkeit, die Lisa Tillinger und Gerardo Barroso Alcalá fortan zu einer hypnotischen Symphonie des Urbanen verweben; das Auf- und Abebben von Leben entlang einer Straße, deren Geräuschpegel sich als organischer Soundtrack hinter die sinnlich fotografierten Schwarz-Weiß-Bilder legt. Selbst Teil des städtischen Mikrokosmos, jedoch nie ins Geschehen eingreifend, dokumentieren die Filmemacher/innen Routinen einer regelrecht verblüffenden Vielfalt von Alltags- und Arbeitsverrichtungen: einen Mann auf Krücken, der den Autofahrer/innen seine blockierten Parkplätze feilbietet, einen Kioskbesitzer, der seinen Stand mit herrlichstem Süßzeug befüllt, oder auch mal nur einen freundlichen Gruß, der die gegenüberliegende Straßenseite adressiert. Fragmentarische Handlungen fügen sich einer visuellen Dramaturgie des Alltags ein, die dem Prozess mehr Relevanz zukommen lässt als dem Ergebnis. So ist Calle López zugleich feinfühlig zusammengesetztes Porträtmosaik als auch übergreifende Momentaufnahme einer stadtzeitlichen Parallelität.

Wenn der Sirup in der Glasflasche zähflüssige Blasen formt, die Kaffeebohnen in der rotierenden Rösttrommel tanzen und die Flammen des zugehörigen Gasherds lodern, zeigt sich die Poesie inmitten täglicher Wiederkehr. Dann ist das Kino bei sich ... im Zentrum von Mexiko-Stadt.

(red)

This film occupies an unusual place somewhere between visual anthropology and art-house cinema: it offers up a microcosm of Mexican society, alive with implicit social commentary, but plays as a stunning work of cinematic poetry. Two photographers, Gerardo Barroso Alcalá and Lisa Tillinger, move with their baby to the busy Calle López in historic downtown Mexico City, a bustling cauldron of everyday life so textured and vibrant that they become inspired to document it. Following the street’s residents with their cameras, they capture a parade of street vendors, beggars, and tequeros that becomes a kind of urban symphony in black and white. (Margaret Mead Film Festival)