Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

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Der Mann aus dem Eis
Spielfilm, DE/IT/AT 2017, Farbe, 97 min.
Diagonale 2018

Regie, Buch: Felix Randau
Darsteller/innen: Jürgen Vogel, André M. Hennicke, Sabin Tambrea, Susanne Wuest, Martin Augustin Schneider, Violetta Schurawlow, Anna F., Axel Stein, Paula Renzler, Franco Nero
Kamera: Jakub Bejnarowicz
Schnitt: Vessela Martschewski
Originalton: Marc Parisotto
Musik: Beat Solèr
Szenenbild: Juliane Friedrich
Kostüm: Cinzia Cioffi
Produzent/innen: Jan Krüger, Maja Wieser Benedetti, Andreas Pichler, Oliver Schündler, Boris Ausserer, Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Bady Minck
Produktion: Port au Prince Film & Kultur Produktion
Koproduktion: Port au Prince Film & Kultur Produktion (DE) Echo Film (IT) Lucky Bird Pictures (DE) AMOUR FOU Wien

 

Ötzi. Sein Leben, seine letzten Tage. Felix Randau lässt den berühmten Gletschermann in seinem Film auf eindrucksvolle Weise wiederaufeben und entwirft den legendenreichen Tod als Resultat eines Rachefeldzugs des Steinzeitmenschen. Kelab, besser bekannt als Ötzi, kommt eines Tages von der Jagd heim und findet seine Hütte in Flammen vor, seine gesamte Sippe wurde getötet und sein heiliger Schrein geraubt. Der Gletschermann folgt der Spur der Täter, und ein tragischer Irrtum macht ihn selbst zum Gejagten.

Ein schmelzender Gletscher in den Ötztaler Alpen gab 1991 den Körper eines Mannes frei, der vor 5300 Jahren gelebt hatte. Unter dem Spitznamen Ötzi wurde die berühmteste Gletschermumie der Welt bekannt. Sie gilt als der bedeutendste Fund aus der Jungsteinzeit. In seinem Film lässt Felix Randau die letzten Tage des Gletschermannes auf eindrucksvolle Weise wiederaufleben. Der Regisseur entwirft den legendenreichen Tod als Resultat eines Rachefeldzugs. Fast ohne Dialog – und gänzlich in einer längst toten und daher unverständlichen Sprache – siedelt Randau seine Kriminalgeschichte am Rande eines Baches in den Alpen an, wo Kelab (aka Ötzi) friedlich mit seinem Clan lebt. Als dieser eines Tages von der Jagd heimkommt, findet er alle Hütten in Flammen, die gesamte Sippe getötet und seinen heiligen Schrein geraubt vor. Voller Trauer beginnt Kelab seine Jagd nach den Räubern, die ihn tief in die Berge führt. Der Gletschermann folgt der Spur der Täter, und ein tragischer Irrtum macht ihn selbst zum Gejagten. Wird er den Kreislauf der Gewalt durchbrechen? Mit emotionaler Wucht und gewaltigen Bergpanoramen erzählt der Film vom ersten ungeklärten Mordfall der Menschheitsgeschichte.
(Katalog,ast)

Randau und sein Team machen vieles richtig: Ausstattung, Make-up und Kostüme sind schlichtweg grandios und sorgen für eine dichte, stimmige Atmosphäre; Kameramann Jakub Bejnarowicz fängt das Ötztal in spektakulären Bildern ein. Ein weiterer mutiger Schachzug ist, dass der Film gänzlich ohne verständliche Sprache auskommt: Wenn gesprochen wird, dann in einer alten Form des Rätischen – Untertitel gibt es nicht. Diese spannende Idee geht ganz hervorragend auf und wirkt zum Glück auch nie albern; im Gegenteil bewahrt es den Film vor dem Fehler, Figuren aus einer so fremden, prähistorischen Zeit Worte in den Mund zu legen.
(Tim Lindemann, epd- lm.de)

Ötzi ist für uns nicht nur ein Mensch, er ist eine Brücke in die Anfangszeit der Menschheit. So mag Der Mann aus dem Eis in seiner Struktur zwar über weite Teile ein klassischer Abenteuer lm sein, die Rückbindung an die reale, in einem Museum zu besichtigende Leiche seiner Haupt gur lässt ihn vor allem zu einer Suche werden – einer Suche nach den Ursprüngen unserer eigenen Spezies.
(Philipp Schwarz, Spiegel Online)