Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

Der Busenfreund
Dokumentarfilm kurz, AT 1997, Farbe, 60 min.
Diagonale 2017

Regie, Buch: Ulrich Seidl
Darsteller/innen: mit: René Rupnik
Kamera: Heinz Brandner, Jerzy Palacz, Hans Selikovsky, Peter Zeitlinger
Schnitt: Walter Andreas Christen
Ton: Ekkehart Baumung
Musik: Walter Andreas Christen
Weitere Credits: Recherche, Regieassistenz: Veronika Franz
Produzent/innen: Erich Lackner
Produktion: Lotus-Film GesmbH

 

Der Busenfreund porträtiert René Rupnik, einen fünfzigjährigen Mathematiklehrer, der bei seiner greisen Mutter lebt, umgeben von Schutzwällen aus Müll, Papier und Zeitungen. In seiner Fantasie lebt der obsessive Busenexperte mit Senta Berger zusammen, die er seit Jahrzehnten verehrt.

Das Gesamtwerk Ulrich Seidls versammelt auf einer DVD-Box und flankiert von Texten und Interviews einer Buchpublikation. Anlässlich des Erscheinens der DVD-Box „Alle Filme 1980–2017. Ulrich Seidl. Complete Works.“ bei HOANZL zeigt die Diagonale die beiden frühen Fernseharbeiten Bilder einer Ausstellung und Der Busenfreund erstmals im Kino. Im Anschluss spricht der Filmkritiker, Autor und jahrelanger Schaffensbegleiter Stefan Grissemann mit Ulrich Seidl und Veronika Franz.

Der Film porträtiert René Rupnik, einen fünfzigjährigen Mathematiklehrer, der bei seiner greisen Mutter lebt, umgeben von Schutzwällen aus Müll, Papier und Zeitungen, die er in jahrzehntelanger Sammeltätigkeit auf der Straße angehäuft hat. In seiner Fantasie lebt der obsessive Busenexperte mit Senta Berger zusammen, einer berühmten Wiener Schauspielerin, die er seit Jahrzehnten verehrt.

Angefangen hat alles mit Bilder einer Ausstellung. Seither, also seit mehr als zwanzig Jahren, taucht René Rupnik immer wieder in meinem Leben auf. Privat, als er etwa vor Jahren trotz seiner Krebserkrankung plötzlich aus dem Spital geflüchtet ist, direkt zu mir fuhr, um mich zu überreden, mit ihm auf der Stelle nach Monaco zu fahren, um dort mit einem von ihm, dem Mathematiker, entwickelten System endlich das Casino zu sprengen. Oder beruflich eben, wenn er sich in PARADIES: Glaube mit der Vater-Unser-Szene als Schauspieler unvergesslich macht. Manche mögen René Rupnik für einen Messie oder einen Sonderling halten. Für mich ist er ein Mensch, der sich für die Freiheit entschieden hat. Er lebt ohne Geld, ohne Mantel und ohne soziale Absicherung. Verschanzt in seiner Wohnung, die nie geheizt wird, lebt er in seiner eigenen geistigen wie emotionalen Fantasiewelt mit seinen Zwangsneurosen, aus denen heraus er die Wirklichkeit interpretiert.
(Ulrich Seidl)

Diagonale im Dialog
Im Anschluss an die erstmaligen Kinoscreenings von Bilder einer Ausstellung und Der Busenfreund findet ein Filmgespräch zwischen Ulrich Seidl, Veronika Franz und Journalist Stefan Grissemann statt.
Mit Unterstützung des Diagonale-Hauptsponsors Steiermärkische Sparkasse.

In Referenz
Ulrich Seidl ist mit Safari im Wettbewerb der Diagonale’17 vertreten.
Die Filme von „In Referenz“ sind der sprichwörtliche Kitt zwischen einzelnen Programmpunkten – keineswegs jedoch sind sie bloße Lückenfüller, vielmehr spannen die Filme der Reihe ein Netz zwischen dem Wettbewerb, der Schiene „Zur Person“ und dem filmhistorischen Spezialprogramm „1000 Takte Film“. Die Reihe „In Referenz“ greift wahlverwandte Themen auf, bringt sie in Verbindung zueinander und stößt Türen zu neuen Denkräumen auf.

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