Diagonale
Festival des österreichischen Films
16.–21. März 2021, Graz

Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

Tonworkshop: A Grazer Day of Sound!

Am Sonntag, dem 29. März, findet im Rahmen der Diagonale in den Räumlichkeiten der Kunstuniversität Graz ein vielfältiges, praxisorientiertes Programm mit Demonstrationen und Workshops rund um das Thema Originalton beim Film statt. Zu Gast sind internationale Koryphäen auf den Gebieten Second-Utility-Sound, Precision-Boom-Operating, Advanced Audio-Recording, Radio-Mic-Einbau und Immersive Sound. Boom-Operatorin Patrushkha Mierzwa etwa war bei Hollywoodproduktionen wie Titanic und Once Upon a Time in Hollywood beteiligt.

– Sound Utility Masterclass with Patrushkha Mierzwa
– William Edouard Franck introduces “Flow Sound”
– “360° Sound Teaser” with Alois Sontacchi
– “Effect of the interaction of image and sound on perception” with Gerhard Nierhaus
– Boom Operator Masterclass with Ken Strain

Sonntag, 29. März 2020
Location: Kunstuniversität Graz, 9:00–18:00 Uhr
Kosten: € 57,20 / € 13,20 (für Studierende, nur mit gültigem Ausweis! Bitte diesen eingescannt bei der Anmeldung mitschicken)
Begrenzte Teilnehmer/innenzahl
Anmeldung unter soundworkshop(at)diagonale.at
Anmeldeschluss: 20. März 2020

 

Simone Galavazi in Kapstadt bei den Dreharbeiten zu “Adrenaline” © Robert Jaap De Lange

What happened to the magic of direct sound in movies? What does the job of a sound engineer on the film set really involve, and what is the relationship of sound to film production processes? A multifaceted, practice-oriented program with demonstration workshops and international experts addresses the theme of original sound and film.

Der Tonmeister William Edouard Franck arbeitet seit 25 Jahren für internationale Filmproduktionen und hat für die Diagonale ein vielfältiges, praxisorientiertes Programm zum Thema Originalton und Film mit internationalen Koryphäen der Branche zusammengestellt. Vier herausragende Tonfrauen aus produktionsstarken Ländern wie Frankreich und den USA werden in Workshops über ihre Erfahrungen in der Originaltongestaltung berichten. Sie laden ein, unseren Blick und unser Gehör für eine vielfältige und tonaffine Filmwelt zu schärfen.
Man sagt, der Ton mache die Hälfte eines guten Films aus. Doch woher kommt der Ton, der bei einem Film zu hören ist? Es ist erstaunlich, wie wenig in der Öffentlichkeit darüber bekannt ist, dass am Filmset ein Tonteam mit Tonmeister/in und Boom-Operateur/innen agiert. Der Begriff „Originalton“ ist mittlerweile ein blinder Fleck in der Filmgestaltung, ja nahezu ein Fremdwort. Oft herrscht die gängige Meinung, dass der Ton im Studio entstehe, wo ein/e Tonmeister/in an einem riesigen Mischpult die Regler schiebe.
Ein Blick auf ein Filmset: In der Früh wird das gesamte Schauspielensemble „verkabelt“, das heißt, es werden akribisch Miniaturmikrofone in Kostümen versteckt und an Körpern angebracht. Dies ermöglicht die durchgehende Kontrolle über einen Ready-to-shoot-Sound. Dazu kommt eine Tonangel, die ergänzend Geräusche, Atmosphären und Stimmen einfängt. Dieser Originalton ist funktional und extrem pragmatisch. Der/die Tonmeister/in hat nicht nur metaphorisch den Platz geräumt, er/sie agiert aus dem Nebenraum ohne direkten Kontakt zu Kamera, Regie und Darsteller/innen und ohne irgendeine Gestaltungsebene in Anspruch zu nehmen. Dieser Ton hat zu funktionieren, ihm ist jeglicher Spirit verloren gegangen.
Das Verhältnis von Ton und Filmproduktion war schon immer ein schwieriges. Als der Stummfilm entstand, wurden Kameras aufwendig verpackt und Stars zum Teil von besseren Sprecher/innen live synchronisiert. Als die Kameras leichter und beweglicher wurden und die Studios verließen, mussten für den Ton neue Produktionsabläufe entwickelt werden. Die ganze Umgebung musste stillgelegt, tontaugliche Schauplätze mussten ausgesucht werden. Die Anforderungen an einen guten Ton wurden bei Filmproduktionen zum Störfaktor Nummer eins.
Den Spirit im Ton gab es immer wieder, sobald dessen vielschichtige Möglichkeiten zum Einsatz kommen konnten. Der Originalton fängt idealerweise die Essenz eines Geschehens ein, das unmittelbar und unwiederholbar stattfindet. Er ist nicht nur Zeuge, sondern auch Garant für Lebendigkeit und Authentizität im Film. Wo der Ton als Gestaltungsebene wahrgenommen wird, da bekommt er eine Würde, und Tonmeister/innen, die als Magier/innen fungieren, landen mit ihrer Tonzauberei auf dem roten Teppich.

William Edouard Franck