Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

 

 

Diagonale-Preis Schnitt

des Österreichischen Verbandes Filmschnitt aea

Beste künstlerische Montage Spielfilm:
Ulrike Kofler, Monika Willi, Christoph Brunner für WILDE MAUS

 

€ 3.000, gestiftet von der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden

WILDE MAUS, Still: WEGA Film

WILDE MAUS, Still: WEGA Film

Die Begründung der Jury:
„Josef Haders Regiedebüt WILDE MAUS erzählt vom langsamen Kollaps der Identität und des Selbstbewusstseins eines Mannes, der die Musik mehr liebt als seine Nächsten und sich selbst. Jobverlust heißt: Zeit totschlagen und sich vor neugierigen Augen und der Welt der ‚Normalbürger’ im Prater zu verstecken, bei einer Ersatzfamilie aus anderen Außenseitern. Die Montage von Ulrike Kofler, Monika Willi und Christoph Brunner überträgt die örtlichen und sozialen Gegensätze, die oftmals komischen Episoden sowie das Zerbrechen von Hoffnungen, Lebensentwürfen und Selbstlügen in einen ruhigen, musikalischen Strom, der sich allmählich zum Crescendo steigert.“

 

Beste künstlerische Montage Dokumentarfilm:
Christin Veith, Cordula Thym für RELATIV EIGENSTÄNDIG

 

€ 3.000, gestiftet von der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden

RELATIV EIGENSTÄNDIG, Still: FilmFilm 2016

RELATIV EIGENSTÄNDIG, Still: FilmFilm 2016

Die Begründung der Jury:
„Sie müssen unendlich viel Material gehabt haben. Und das haben sie so lustig und kurzweilig zusammengeschnitten, dass der Film das reine Vergnügen ist. Zwei Schulen in einer Straße: in der öffentlichen Schule viele Kinder mit Migrationshintergrund, in der anderen, der Modellschule mit Schulgeld, die Kinder der Grafiker/innen- oder Psycholog/inneneltern. Das von den Schüler/innen gedrehte Material diente ursprünglich einem Kennenlernen dieser nahegelegenen Schulen, initiiert von der Filmemacherin Christin Veith und Andi Winter. Die Kinder besuchen sich gegenseitig, sie spionieren sich mit der Kamera aus. Hardcore-Rap auf der einen Seite, klassisches Piano auf der anderen. Es ist vor allem die Montage, die mit diesem Material nicht nur zwei spezifische Schulklassen in ein Verhältnis setzt, sondern deren allgemeinere Einbettung in das gesellschaftliche Gefüge deutlich macht. Selten arbeiten Filme soziale Strukturen und deren Macht über und Einfluss auf das Individuum so deutlich heraus.“

 

Das Preisgeld erhält der/die Editor/in des jeweiligen Films. In die Auswahl für die beste künstlerische Montage kommen alle abendfüllenden österreichischen Spiel- und Dokumentarfilme der Diagonale’17.

Jury Spielfilm: Julia Drack (Editorin, AT), Michael Loebenstein (designierter Direktor Österreichisches Filmmuseum, Kurator, AT), Holger Stern (Commissioning Editor, Produzent ZDF/ARTE, DE)

Jury Dokumentarfilm: Gudula Meinzolt (Leitung DOCM Visions du Réel, Produzentin, CH/DE), Anja Salomonowitz (Filmemacherin, AT), Bernd Schoch (Filmemacher, Kurator Dokumentarfilmwoche Hamburg, DE)