Diagonale
Festival des österreichischen Films
8.–13. Juni 2021, Graz

 

In Referenz

Rote Linien, Klammern, Verweise

 

Die Programmreihe In Referenz versteht sich als Kitt in der Festivalarchitektur. Filme werden zueinander und zwischen den unterschiedlichen Programmschienen platziert, internationale Arbeiten treffen auf Filme österreichischer Provenienz. Von Zur Person führen sie in die historischen Specials und ins aktuelle Programm, weiter in Buchpräsentationen und vice versa. Jessica Hausner trifft über Maya Deren und Teiji Ito auf Martina Kudláček und Marie Menken. Kirill Mikhanovsky trifft über Franz Grabner auf Wolff von Amerongen, Alexander Horwath und Gerhard Friedl. AT trifft US, Historisches verschränkt sich mit Aktuellem. So wird das diesjährige Festival zum Knotenpunkt einer Vielzahl roter Fäden, die mal deutlicher sichtbar, mal versteckter sind. Eine Programmschiene als Experiment der Vermittlung.

Paris Calligrammes, Ulrike Ottinger Vor Allen Ginsberg, Paris 1965 © Ulrike Ottinger

Premierentour: Ulrike Ottinger

Im Rahmen einer gemeinsamen Tour mit dem Österreichischen Filmmuseum und Crossing Europe Filmfestival Linz präsentiert die Diagonale’21 Ulrike Ottingers Paris Calligrammes (DE/FR 2019) als Premiere in Graz. Ottinger, die bei der Berlinale 2020 für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, wird bei den Screenings in Linz, Wien und Graz persönlich anwesend sein. Die Diagonale, das Festival des österreichischen Films, zeigt das im Vorjahr in Berlin uraufgeführte filmische „Figurengedicht“ (Kalligramm) als Weiterführung ihres historischen Specials Sehnsucht 20/21 – Eine kleine Stadterzählung in der Festivalreihe In Referenz. Im Anschluss an die Kinovorstellung in Graz findet ein ausgedehntes Gespräch mit Ulrike Ottinger statt (Diagonale im Dialog).

Termine Premierentour Paris Calligrammes
Crossing Europe Filmfestival Linz
——— Freitag, 4. Juni 2021
Österreichisches Filmmuseum, Wien
——— Dienstag, 8. Juni 2021
Diagonale – Festival des österreichischen Films, Graz
——— Mittwoch, 9. Juni 2021

Begleitend zur Filmvorführung in Wien spricht Renata Schmidtkunz im Kinosaal mit Ulrike Ottinger (eine Kooperation der Ö1 Sendereihe „Im Gespräch“ und dem Österreichischen Filmmuseum). Auf Ö1 ist das Gespräch am 10. Juni um 21 Uhr sowie am 11. Juni um 16.05 Uhr zu hören.

Paris Calligrammes, Dieu De Guerre, 1967 © Ulrike Ottinger

Ulrike Ottinger, die in den 1960er-Jahren als junge Malerin in Paris gelebt hat, verwebt ihre persönlichen Erinnerungen an die Pariser Boheme und die gravierenden sozialen, politischen und kulturellen Umbrüche der Zeit „zu einem flirrenden Selbstporträt“ (Süddeutsche Zeitung). Wie schon in Prater (Diagonale’08), in dem sie der Faszination und der Kulturgeschichte des Wiener Vergnügungsparks nachgeht, erstellt die Filmemacherin auch in Paris Calligrammes eine „Topographie der Gedanken“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und erzählt von einem versunkenen Paris, aus dem die Lebensfülle und die Brüchigkeit aller kulturellen und politischen Errungenschaften sprechen.

Beim Festival des österreichischen Films wird Paris Calligrammes in Referenz zu einem gemeinsamen Programm von Diagonale, Filmarchiv Austria, Österreichischem Filmmuseum und ORF-Archiv gezeigt: Das bereits für die Diagonale’20 vorgesehene historische Special Sehnsucht 20/21 – Eine kleine Stadterzählung umkreist die Begriffe Stadt und Sehnsucht.