Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

Franz-Grabner-Preis 2018

Im Rahmen der 21. Diagonale in Graz wurde der mit je € 5.000 dotierte Franz-Grabner-Preis in den Kategorien Kinodokumentarfilm und Fernsehdokumentarfilm verliehen. Prämiert wird ein im ethischen und moralischen Sinne verantwortungsvoller und glaubwürdiger Umgang der Filmschaffenden mit ihrem Medium.

Die Festrede anlässlich der Preisverleihung im Hotel Wiesler, Salon Frühling hielt die Journalistin Barbara Tóth. Darin hob sie die Bedeutung des Franz-Grabner-Preises hervor: „Weil er […] darauf hinweist, was echte Exzellenz im Filmjournalismus ist.“

Gwendolyn © Serafin Spitzer

Franz-Grabner-Preis für den besten Kinodokumentarfilm 2018:
Gwendolyn von Ruth Kaaserer

 

€ 5.000, gestiftet von AAFP, Film Austria und ORF

Jurybegründung:
„Der preisgekrönte Dokumentarfilm berührt sowohl Herz als auch Verstand und stellt dem Publikum eine Frau vor, die ein Vorbild in Sachen Mut, Ausdauer und Interesse am anderen für uns alle sein kann. Dieser Film ist viel mehr als nur ein Porträt, er ist eine überzeugende Ode an den Glauben an die eigene Stärke und an positive Werte wie Altruismus, Pluralismus und Liebe. Auf bescheidene Art widerlegt die Protagonistin bestehende soziale Vorurteile, bekämpft das Schicksal und wird zur Vorreiterin des freien Willens und der Menschenwürde. Nicht mit großen Worten, sondern mit kleinen Taten zeigt sie uns, wie eine bessere Welt für alle erreichbar ist … es ist eine Frage des Wollens!“ Mit diesen Worten begründete die internationale Jury ihre Entscheidung.

Weiters waren nominiert:
Free Lunch Society – Komm Komm Grundeinkommen von Christian Tod
Sand und Blut von Matthias Krepp und Angelika Spangel

 

Verleihung Franz-Grabner-Preis © Diagonale/Miriam Raneburger

Franz-Grabner-Preis für den besten Fernsehdokumentarfilm:
Die Weltherrschaft von Fritz Ofner und Michael Lenzinger

 

€ 5.000, gestiftet von AAFP, Film Austria und ORF

„Der Preisträger in der Kategorie Fernsehdokumentarfilm behandelt ein zentrales Thema unserer Zeit: den Umgang mit Nachrichten, den Wunsch nach Vereinfachung und die Suche nach Wahrheit in einer immer komplexer werdenden Welt. Er tut dies auf eine Weise, die nicht nur innovativ erzählt und dabei aufklärt, sondern auch den Mut hat, widersprüchliche, teilweise konträre Positionen neben- und gegeneinander zu stellen. Damit überlässt es der Film seinen Zuseher/innen, mit diesen Informationen umzugehen und bestärkt das Publikum darin, den Blick für Manipulation, Vorurteile, Verschwörungstheorien, Angst- und populistische Meinungsmache zu schärfen. Dieser aufklärerische Umgang macht auch vor medialer Selbstkritik und Selbstreflexion nicht Halt und betont gleichzeitig, dass insbesondere Fernsehen und Dokumentarfilm eine wichtige Rolle für die kritische Wahrnehmung von Mediendiskursen spielen können“, konstatierte die Jury in ihrer Begründung.

Weiters waren nominiert:
Dokumente, die die Welt bewegen. Aus dem Inneren des Österreichischen Staatsarchivs von Andrea Morgenthaler, Robert Neumüller, Uli Jürgens und Jakob Brossmann
Wofür es sich zu leben lohnt – Viktor Frankl und die Suche nach dem Sinn von Birgit Mosser-Schuöcker.

Die Preisverleihung fand am Donnerstag, dem 15. März um 15 Uhr im Hotel Wiesler Graz im Rahmen eines Festaktes statt. Mit Unterstützung von Fernsehfonds Austria und Bundeskanzleramt Österreich.

Der Preis wurde von Familie Grabner, AAFP, Film Austria, ORF und der Diagonale im Andenken an den ORF-Journalisten Franz Grabner (1955–2015) initiiert. Prämiert wird ein im ethischen und moralischen Sinne verantwortungsvoller und glaubwürdiger Umgang der Filmschaffenden mit ihrem Medium.

 

Jury 2018

Zora Bachmann
(Politikwissenschaftlerin, Kuratorin, AT)

Tobias Ebbrecht
(Filmwissenschaftler, Hebrew University Jerusalem, IL)

Petra Felber
(Leitung Redaktion Dokumentarfilm BR, DE)

Esther van Messel
(First Hand Films, CH)

Paul Pauwels
(Direktor EDN – European Documentary Network, Kopenhagen, DK)