Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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Nicht löschbares Feuer
Innovatives Kino, BRD 1969, Farbe, 23 min., OmeU
Diagonale 2019

Regie: Harun Farocki
Buch: Harun Farocki
Darsteller/innen: Harun Farocki, Gerd Volker Bussäus , Caroline Gremm, Hanspeter Krüger, Ingrid Oppermann
Kamera: Gerd Conradt
Schnitt: Harun Farocki
Originalton: Ulrich Knaudt

 

Johann Lurf, Diagonale'19-Trailer- Künstler, versammelt historische und aktuelle Filmarbeiten, die politisches Denken, Sprechen, Handeln und Filmemachen als gegenwärtig dringlich ausweisen.

Wie können wir formal präzise mit neuen Blickwinkeln gegen starre Denkmuster arbeiten? Der Künstler des diesjährigen Diagonale-Trailers, Johann Lurf, versammelt historische und aktuelle Filmarbeiten, die politisches Denken, Sprechen, Handeln und Filmemachen als gegenwärtig dringlich ausweisen. Allesamt hinterfragen sie scheinbar Gegebenes. Mit welchen Strategien beleuchten Filmschaffende politische Gegenwart und bewegen die Betrachtenden? Ohne Bewegung keine Veränderung – das Bewegtbild als Denkanstoß.

Mit ihrem neuen Film Cablestreet nutzt Meredith Lackey investigative Methoden und zeigt das Verlegen eines Tiefseekabels durch den Konzern Huawei, während sie auf der Tonebene einen Dialog aus Wikileaks-Dokumenten konstruiert. Der von Laura Poitras ( u. a. Citizenfour) produzierte Film feiert nach der Premiere in Sundance auf der Diagonale’19 Europapremiere.
Der Künstler Tzion Abraham Hazan beobachtet in Marganith einen Militärturm im Zentrum von Tel Aviv, dem er eine doppeldeutige Komposition aus Elementen traditioneller Männergesänge gegenüberstellt.
Harun Farockis Klassiker Nicht löschbares Feuer kann nicht oft genug gezeigt werden: Wie bringt ein Konzern seine Arbeitskräfte dazu, trotz moralischer Bedenken Waffen zu produzieren?
Wenn Karpo Godina in Zdravi ljudi za razonodu (Healthy People for Fun) Priester nach den Eigenschaften ihrer Gemeinde fragt und diese behaupten, dass ihre Volksgruppe besonders ordentlich, sauber und gesund sei, entlarven sich patriotische Märchen von selbst.
Derselbe Filmemacher bekommt vom Militär den Auftrag, einen Film über dieses zu drehen, macht aber einen Liebesfilm: Kein Panzer ist in O ljubavnim veštinama ili film sa 14441 kvadratom (On the Art of Loving or Film with 14441 Frames) zu sehen, nur Scharen von sehnsüchtigen Männern und Frauen aus dem benachbarten Dorf, die mit den Soldaten scheinbar nichts zu tun haben wollen.
Der pointierte Film Österreich! von Hubert Sielecki fokussiert schließlich das wichtigste Thema im Staat: diesen selbst. Es ist scheinbar nicht so einfach, über den Tellerrand Staatsgrenze hinaus zu denken.
(Johann Lurf)