Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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The Woman Who Turned Into A Castle
Animation, AT/GB 2018, Farbe, 4 min., eOF
Diagonale 2019

Regie, Buch, Kamera, Schnitt: Kathrin Steinbacher
Musik: Jan Willem de With
Sounddesign: Kathrin Steinbacher, Jan Willem de With
Weitere Credits: Voice Over: Julia Meola Clarinet: Ben Mason Sound Mix: Mike Wyeld Animation: Kathrin Steinbacher Colouring: Kathrin Steinbacher Bertram Tinhof Alessia Angelini Alice Bindloss Julia Maria Marchowska Lily Shaul Elaine Song Nathan Ward
Produzent/innen: Royal College Of Art London
Produktion: Royal College of Art

 

„They forced me back to life. They made my body move again.“ Kathrin Steinbachers Animationsfilm rückt die subjektive Wahrnehmung einer Frau ins Bild, die aus einem vierzigjährigen Schlaf gerissen wurde. Neurasthenische Montagen, verunsichernde Perspektiven und die Auflösung der Welt ins Abstrakte vermitteln Angstzustände im Angesicht einer abhandengekommenen Realität, der es zu entfliehen gilt.

Ein junger Geist im Körper einer alten Frau. So empfindet sich die Protagonistin in The Woman Who Turned Into A Castle, nachdem sie aus einem vierzigjährigen Schlaf gerissen wurde: nicht durch den Kuss eines Prinzen, sondern durch ärztlich verabreichtes Dopamin. „They forced me back to life. They made my body move again.“
Kathrin Steinbachers Animationsfilm rückt die subjektive Wahrnehmung einer psychisch Kranken ins Bild. Dafür erweckt die Künstlerin ihre gezeichnete Figur aus der Starre, versetzt sie in Bewegung, verleiht ihr eine Stimme, um sie dann durch eine fremde, bedrohliche Welt zu jagen: Neurasthenische Montagen, verunsichernde Perspektiven, Auflösungen von Gesichtern und Objekten ins Abstrakte und ein unheimlich-entrücktes Sounddesign vermitteln Verwirrung und Angstzustände angesichts einer Realität, die unzugänglich bleibt, abhandengekommen ist – vor der man kapituliert und den Rückzug nach innen antritt.
(Katalogtext, mk)