Diagonale
Festival des österreichischen Films
8.–13. Juni 2021, Graz

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RISIKEN und NEBENWIRKUNGEN
Spielfilm, AT 2020, Farbe, 90 min., 11.06. OmeU/ 12.06. dOF
Diagonale 2021

Regie, Buch: Michael Kreihsl
Darsteller*innen: Samuel Finzi, Inka Friedrich, Thomas Mraz, Pia Hierzegger
Kamera: Wolfgang Thaler
Schnitt: Andrea Wagner
Originalton: Heinz Ebner
Sounddesign: Manuel Grandpierre
Szenenbild: Julia Oberndorfinger, Hannes Salat
Kostüm: Monika Buttinger
Produzent*innen: Dieter Pochlatko, Jakob Pochlatko
Produktion: epo-film

 

Kathrin braucht dringend eine neue Niere. Ihr Mann Arnold könnte ihr das lebensrettende Organ spenden, doch er zögert. Als sich der gemeinsame Freund als Spender zur Verfügung stellt, empört diese selbstlose Geste nicht nur dessen Ehefrau. Die Situation entwickelt sich zur Zerreißprobe für zwei Ehen und die Freundschaft zwischen vier Menschen. Die prominent besetzte Tragikomödie rührt an den Grundfragen menschlicher Existenz und führt pointenreich die Bedeutung von Beziehungsarbeit vor Augen.

Würde man jemandem seine Niere spenden? Wenn ja, wem? Der eigenen Ehefrau oder sogar auch einem Freund oder einer Freundin? Und wenn nein: Ist man dann ein Egoist? Kann so eine Spende als untrüglicher Liebesbeweis herhalten? Mit all diesen Fragen sieht sich Arnold (Samuel Finzi) plötzlich konfrontiert. Seine Frau Kathrin (Inka Friedrich) hat die Diagnose Niereninsuffizienz im dritten Stadium bekommen und braucht dringend eine neue Niere. Arnold könnte ihr das lebensrettende Organ spenden, doch er zweifelt und hält Kathrin mit seiner Entscheidung hin. Als sich der gemeinsame Freund Götz (Thomas Mraz) als Spender zur Verfügung stellt, empört diese selbstlose Geste nicht nur dessen Ehefrau Diana (Pia Hierzegger). Die Situation entwickelt sich zur Zerreißprobe für zwei Ehen und die Freundschaft zwischen vier Menschen. Doch dann passiert etwas Unerwartetes, und die Schicksalskarten werden neu gemischt.
Nach Die Wunderübung wagt sich Michael Kreihsl erneut an die Leinwandadaption eines erfolgreichen Bühnenstücks: Stefan Vögels „Die Niere“. Kreihsls Tragikomödie, bei der einem das Lachen im Hals stecken bleibt, rührt an den Grundfragen menschlicher Existenz, dringt tief in den Mikrokosmos (nicht nur) eines Beziehungslebens ein und seziert diesen erschreckend ehrlich. Nichts ist so, wie es scheint. Was für selbstverständlich gehalten wurde, stellt sich als Täuschung heraus. Ist es auch eine Entscheidung, sich nicht zu entscheiden? Kreihsl konzentriert sich auf sein grandioses Schauspieler/innenensemble, bei dem jede/r auf ihre/seine Weise mit dem Dasein, der Liebe und damit, was aus ihr geworden ist, hadert. RISIKEN und NEBENWIRKUNGEN lässt spüren, wie sich Verantwortungsdruck anfühlt und was es eigentlich bedeutet, Beziehungsarbeit zu leisten.
(Katalogtext, ast)

Die vielen kleinen Pausen, die scheinbar unscheinbaren, fast unbemerkten Momente, das Hell-Dunkel, samt Grauzonen zwischen den handelnden Personen, sind für mich filmische Mittel. Das Abbilden der existenziellen Not der dargestellten Menschen, ihre Lügen, der daraus entstehende Konflikt können auf einer Kinoleinwand eine große Wirkung entfalten. Meine Arbeit ist das präzise Porträtieren dieser Personen samt ihrer grotesken Zappelbewegungen beim Versuch, sich zu bewähren.
(Michael Kreihsl)