Diagonale
Festival des österreichischen Films
16.–21. März 2021, Graz

Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

Der Trailer ist seit Anfang März österreichweit in folgenden Kinos zu sehen:

Admiral Kino / Wien
Annenhof Kino / Graz
Burg Kino / Wien
Cine4you Kino / Hartberg
Cinema Paradiso / Baden
Cinema Paradiso / St. Pölten
Cinematograph / Innsbruck
City Kino / Linz
DAS KINO / Salzburg
De France / Wien
Diesel Kinos Österreich
Domaines Kilger Hasewend – Lichtspielhaus / Eibiswald
Filmcasino / Wien
Filmhaus am Spittelberg
Filmzentrum im Rechbauerkino / Graz
Gartenbaukino / Wien
Jöslar – Lokal, Laden, Kino / Andelsbuch
Kino Freistadt
Kino im Kesselhaus / Krems
KIZ RoyalKino / Graz
Leokino / Innsbruck
Metro Kino / Bregenz
Metro Kino / Wien
Moviemento / Linz
Programmkino Wels
RIO Kino / Feldkirch
Schikaneder / Wien
Schubertkino / Graz
Spielboden / Dornbirn
Stadtkino Bruck
Stadtkino / Wien
Star Movie Kinos Österreich
Theatiner Film / München
Top Kino / Wien
Votiv Kino / Wien
Werkstattkino / München

 

Diagonale’20-Trailer von Jennifer Mattes

 


Alle 5 Episoden sind hier zu sehen.


Eine Koproduktion von Diagonale und Kunsthaus Graz

Jennifer Mattes gestaltet den Festivaltrailer für die Diagonale’20. Beim Festival des österreichischen Films 2019 wurde die Videokünstlerin und Filmemacherin für ihren Kurzfilm Wreckage takes a holiday mit dem Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz ausgezeichnet. Jene Tradition, wonach die Letztjahrespreisträger/innen den Trailer der nächsten Ausgabe gestalten, erfährt somit ihre Fortsetzung. Mattes’ audiovisuelle Visitenkarte des Festivals besteht aus fünf Episoden und kündet in den österreichischen Kinos ab Anfang März 2020 von der Diagonale in Graz. Ebendort wird die an Rainer Werner Fassbinder angelehnte Arbeit vor ausgewählten Vorstellungen zu sehen sein.

Ein Trailer aus dem Fundus der Filmgeschichte

Der Diagonale’20-Trailer ist ein kurzer Film über das Warten: auf den Karaoke-Einsatz, auf den Anruf, auf das Glück. Bereits das erste Bild des Trailers visualisiert die Sehnsucht nach einer erfüllten Zeit. Und schürt Erwartungen, was kommen wird. Erwartungen, die sich nicht erfüllen. Stattdessen die Überraschung: noch einmal das immer gleiche Lied von Begehren, Liebe, Einsamkeit, Hoffnung und Enttäuschung, das im Kino schon so oft gesungen wurde. Aber immer wieder anders. Dass Jennifer Mattes sich aus dem Fundus der Filmgeschichte bedient, wird nicht unter den Teppich gekehrt. Fassbinders Flokati liegt signifikant im Bild, so weiß wie vor fast fünfzig Jahren. Das Verzweiflungsdrama, das sich darauf abspielt, ist aber weitaus weniger neurotisch. Mattes’ Version der Petra von Kant ist keine dekadente, selbstzerstörerische Tragödin, sondern ein etwas zerrupftes, charmant-toughes Bunny, das auf das echte Leben im falschen wartet. Originär und mit skurrilem Witz erinnert der Trailer daran, dass es möglich ist: das Erleben von Zeit als erfüllte (und erfüllende) Zeit. Im Kino.

Die Arbeiten der Videokünstlerin und Filmemacherin Jennifer Mattes lassen sich im Allgemeinen als immersive Durchschreitungen realer, performativer und virtueller (Sehnsuchts-)Orte skizzieren – als explorative Tauchgänge in der gegenwärtigen Bilderflut. Dabei sind Mattes’ kompositorisch präzise Annäherungen oftmals eines: eine Auseinandersetzung mit Bildarchiven, mit aus dem Internet geladenem Found Footage oder wie im Falle des Diagonale’20-Trailers zuweilen auch Pastiche.

„Ich suche immer. Wenn ich eine Arbeit fertig habe, suche ich woanders weiter. Das Ankommen ist immer schön, aber auch ein bisschen traurig.“
— Jennifer Mattes

Ankommen ist, frei nach Mattes, immer schön. Schöner noch ist nur das Weitersuchen. Möge der Trailer der Diagonale’20 also Emblem eines Festivals sein, das zum Erkunden und Eintauchen einlädt. Ins Atlantis im Kunsthaus Graz. Ins vielfältige filmische Reservoir auf den Leinwänden der Festivalkinos. Zu hebende Schätze wird es 2020 da wie dort geben.

Bars von Atlantis – Ausstellung im Kunsthaus Graz

Vom 20. März bis 19. April präsentiert das Kunsthaus Graz die Ausstellung Jennifer Mattes
Bars von Atlantis in Foyer, Innenhof und Garderobe.
— Eröffnung: Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr
— Shorts and Shots. Versinken mit Jennifer Mattes, Katrin Bucher Trantow et al.: Samstag, 28. März, 18 Uhr, Untergeschoss

„Die Bars von Atlantis sind Schall und Rausch. Eigentlich hängt alles davon ab, welche Musik hier gespielt wird. Wüsten von gestern sind manchmal nur Schnee von heute. ‚Du bist ja nur hier wegen meinem Körper‘, sagt der eine. Und der andere dann so: ‚Nein, wegen meinem!‘ Niemand braucht sich hier unten lebendig zu stellen. Hier regieren Zwielicht und Sehnsucht. Und die Ewigkeit ist lang, besonders am Ende (sagt Woody Allen).“
— Jennifer Mattes

Kino, Kunsthaus, Kunsthochschule
Das California Institute of the Arts in Ausstellung und Filmprogramm

Zum Zeitpunkt der Diagonale ist im Kunsthaus Graz außerdem die Ausstellung Wo Kunst geschehen kann. Die frühen Jahre des CalArts zu sehen. In Referenz dazu zeigt die Diagonale „Two Journeys Revisited“ – ein internationales Filmprogramm der Golden Pixel Cooperative, kuratiert von Rebecca Baron, Viktoria Schmid, Claudia Slanar, Nora Sweeney und Lisa Truttman.

Jennifer Mattes

Geboren 1982 in Stuttgart. Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der Merz Akademie Stuttgart. Die Filmemacherin lebt und arbeitet in Wien.

Preise/Stipendien: Diagonale-Preis Innovatives Kino 2019 (Wreckage takes a holiday) / Birgit-Jürgenssen-Preis 2014

Filme (Auswahl): Wreckage takes a holiday (AT 2018), Trading Stories. A Cargo Named Desire (AT 2015), Be here, Dragons! (AT 2014), Viertel nach Eden (AT 2014), The Rat Man’s Dwarf (AT 2013), State of Stage (AT 2013), Surfing a Surface – I always wanted to be an artist (AT 2012), Deviation List – To Happyend Unhappy Tutorial (AT 2010), Blind Couple (AT 2008), Travel Diary (AT 2008), XXXX – Die Identitätskrise des Individuums (AT 2007)

 

Die Diagonale dankt dem Umsetzungspartner des Diagonale’20-Trailers The Grand Post – Audio & Picture Post Production sowie dem Kunsthaus Graz.