Diagonale
Festival des österreichischen Films
5.–10. April 2022, Graz

Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

Displaced Persons – Keine Heimat, nirgendwo!

Rechtlos – passlos – staatenlos

Parallel zum historischen Special Sehnsucht 2020 – Eine kleine Stadterzählung präsentiert SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien vier Filmprogramme unter dem Titel Displaced Persons – Keine Heimat, nirgendwo!. Mit Blick auf aktuelle Ereignisse soll das Programm an historische Migrationsbewegungen erinnern, mit Filmen, die das Leben der sogenannten Displaced Persons in den Lagern thematisieren und von emigrierten Filmschaffenden gemacht wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg trafen die alliierten Armeen auf Millionen entwurzelter Menschen, ehemalige Zwangsarbeiter/innen, Kriegsgefangene, Bombenflüchtlinge sowie auf ausländische Kollaborateur/innen des NS-Regimes, aber auch auf befreite KZ-Häftlinge.

Zu sehen ist unter anderem Peter Lorres einzige Regiearbeit Der Verlorene (DE 1951), in dem sich zwei Männer, die während des Kriegs in der medizinischen Forschung gearbeitet hatten, in einem Flüchtlingslager wiedertreffen. In Fred Zinnemanns The Search (US/CH 1947/48) ergänzt erschütterndes historisches Filmmaterial echter Kriegswaisen in UNRRA-Lagern die fiktionale Geschichte, die an Originalschauplätzen in den Ruinen von Nachkriegsdeutschland gedreht wurde. Portrait from Life (GB 1948) wiederum ist ein frühes Kleinod des Regisseurs Terence Fisher, der später für seine Hammer-Horror-Filme berühmt wurde. Jonas Mekas’ Reminiszenzen aus Deutschland (DE 1971/93, geschnitten US 2012) ist der Rückblick des großen Avantgardefilmers auf seine Jahre als Displaced Person in Deutschland. Die Arbeit wird zusammen mit einem unbearbeiteten Dokument des US Army Signal Corps vom April 1945 und einem Kurzfilm im Auftrag der Vereinten Nationen über die Ungarnkrise 1956 und das Flüchtlingslager Traiskirchen zu sehen sein.

 

Der Verlorene © Deutsche Kinemathek