Diagonale
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Festival des österreichischen Films
27. März–1. April 2025, Graz

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What Happiness Is
Dokumentarfilm, AT 2012, Farbe, 88 min., OmdU
Diagonale 2013

Regie, Buch: Harald Friedl
Kamera: Helmut Wimmer
Schnitt: Michaela Müllner, Harald Friedl
Originalton: Joe Knauer, Axel Traun
Musik: Gerald Schuller
Sounddesign: Birgit Obkircher
Weitere Credits: Produzent: Kurt Mayer Produktionsleitung: Hanne Lassl
Produzent:innen: Kurt Mayer
Produktion: kurt mayer film

 

Glück als Motor gesellschaftlicher Entwicklung: keine Utopie, sondern politischer Usus – zumindest im lange Zeit isolierten Königreich Bhutan. Mittels ministerialer Befragungen soll ebendort das sogenannte Brutto-Nationalglück, der Status quo der hiesigen Zufriedenheit, erhoben werden. Harald Friedl hat das wahrscheinlich größte Sozialforschungsprojekt der Welt begleitet. Ein Roadmovie zum fernsten aller Ziele, dem Glück.

Katalogtext Diagonale 2013:

Ein Roadmovie zum fernsten aller Ziele, dem Glück. (Produktionsnotiz)

Wahres Glück ist nicht messbar, möchte man glauben. Und dennoch hat sich das Königreich Bhutan zum Ziel gesetzt, das sogenannte Bruttonationalglück zu erheben – einen auf der Philosophie des Buddhismus basierenden Index für das seelische und körperliche Wohlbefinden der eigenen Bevölkerung.

Drei Stunden dauert jede der siebentausend dafür vorgesehenen Befragungen, die von offiziellen Staatsbeauftragten im ganzen Land durchgeführt werden: Wünsche, Sehnsüchte und Ängste werden ermittelt, um den Status quo der hiesigen Zufriedenheit auszumachen und im Zeichen des Glücks die (politische) Entwicklung des Landes voranzutreiben. Was wie ein romantisches Staatsmärchen anmutet, ist das wahrscheinlich größte Sozialforschungsprojekt der Welt. Im gebirgsreichen Bhutan ist es schon allein wegen der schweren Erreichbarkeit der Bevölkerung in jedem Fall eines der ambitioniertesten.

An der Seite zweier Projektleiter/innen hat Harald Friedl die Datenerhebungen begleitet. Es sind die vielen ungewöhnlichen Biografien der Befragten, die sein Interesse wecken und die er in weitreichende Geschichten über das Leben am Himalaya münden lässt. Nicht immer gehen sie mit der Selbstdarstellung des „glücklichen Königreichs“ konform, kleine Brüche werden sichtbar – noch immer ist Bhutan eines der ärmsten Länder der Welt. Wie ein Mosaik fügt Friedl die vielfältigen Gesprächsbausteine zusammen und porträtiert eine Region, die nach jahrzehntelanger Isolation ihren eigenen Weg der Modernisierung einschlägt. Gleichzeitig dokumentiert der Film diesen einzigartigen Prozess, der mit dem Versuch einer Neudefinition politischer Praxis einhergeht. Wenn sich zwei Bhutanerinnen auf viertausend Meter Gebirgshöhe beim Liebespalaver in einem nicht enden wollenden Lachanfall vergessen, zeigt sich dabei tatsächlich, „what happiness is“. (red)

Ich wollte von Anfang an, dass der Film von der Glücksermittlung erzählt und nicht vom glücklichen Bhutan. Es war auch schnell klar, dass der Film noch einen Schritt weiter gehen musste. Er verlässt den Handlungsrahmen der Untersuchung, um zu den persönlichsten Geschichten zu kommen. (Harald Friedl)

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