Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

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SIE NANNTEN IHN SPENCER
Dokumentarfilm, AT/DE 2017, Farbe, 122 min., dOV
Diagonale 2018

Regie: Karl-Martin Pold
Buch: Karl-Martin Pold
Darsteller/innen: Marcus Zölch, Jorgo Papasoglou, Bud Spencer, Terence Hill
Kamera: Jens Fischer , Serafin Spitzer
Schnitt: Thomas Vondrak
Originalton: Daniel Fischer
Musik: Oliver Onions
Produzent/innen: Dieter Pochlatko, Jakob Pochlatko, Karl-Martin Pold, Thomas Král
Produktion: epo-film
Koproduktion: Departures Film (DE) Buddy Lane Productions

 

Karl-Martin Pold schickt die beiden Fans Marcus und Jorgo auf eine herrlich komische Roadmovie-Reise durch das Universum des Schauspielers Bud Spencer. Pointierte Filmschnipsel und Interviews mit namhaften Wegbegleiter/innen des bärtigen Haudraufriesen wie Terence Hill, Silberlocke Riccardo Pizzuti oder Regisseur Alessandro Capone spicken diese spritzige Dokucollage, die ein Treffen mit dem Idol zum Ziel hat.

Besser bekannt war Carlo Pedersoli als Bud Spencer – die einge eischten Fans Marcus und Jorgo wissen das natürlich. Karl-Martin Pold schickt die beiden auf eine poppige Roadmovie-Reise durch das Universum des bärtigen, kurz nach den Dreharbeiten verstorbenen Haudraufriesen. Für Jorgo, von Geburt an blind, und Marcus, der als Teenager nach einem Unfall monatelang ans Bett gefesselt war, wurden Bud Spencer und die Botschaft seiner Filme zu treibenden Kräften, um den Widrigkeiten des Lebens mit lockerem Humor zu trotzen. Marcus und Jorgo – der große Bärtige und der blonde Schlanke – schließen sich bei einem Fangelage zusammen und reisen in einem VW-Bus über Frankreich nach Rom, um ihr Idol aus ndig zu machen. Pointierte Filmschnipsel und Interviews mit Wegbegleiter/innen Bud Spencers vervollständigen diese spritzige Heldenreise zu einer bunten Dokucollage – im sprücheklopfenden Tonfall der „Vier-Fäuste“-Filme zusammengehalten von der Stimme Thomas Dannebergs, des deutschen Synchronsprechers von Terence Hill, der wiederum in Interview- ausschnitten zu sehen ist. Weitere Gefährt/innen wie Drehbuchautor Marco Tullio Barboni oder Regisseur Alessandro Capone plaudern aus dem Nähkästchen, schildern etwa jene Anfänge der Spencer-Hill-Filme in den 1970er-Jahren, die erstmals die todbringenden Revolverszenen des Italowesterns durch Faustschlagchoreografien ersetzten: Statt zu schießen wurden Backpfeifen verteilt. Amüsante Setgeschichten geben Details über Bud Spencer preis – den einstigen Olympiaschwimmer, der trotz einer Seheinschränkung niemals Kontaktlinsen trug, Fleischberge verzehren konnte gerne feierte und neben der Schauspielerei als Pilot eine Fluggesellschaft gründete sowie eine Jeansfabrik betrieb. Und auch Marcus und Jorgo, „der Blinde und der Blonde“, halten mit ihrem Bud-Mobil persönlich bei alten Insidern: Oberbösewicht-Schauspieler und Stuntman Riccardo Pizzuti erteilt einen Crashkurs im Prügeln, mit Musiker Guido de Angelis – einem der Oliver Onions – stimmt Jorgo das Akkordeon an. Unterwegs vertreibt sich das Duo die Zeit mit dem Nachstellen von Filmszenen, die sich in herrlich komische Dialoge mit den Original-Filmausschnitten verschrauben – durchgängig in deutscher Fassung gehalten, sodass kein Kalauer verloren geht. Wie begossene Pudel stehen Marcus und Jorgo schließlich, unsanft von einer Mitarbeiterin abgewimmelt, vor Spencers Büro in Rom und müssen zunächst fürchten, ihrem Idol nach Tausenden Autokilometern doch nicht zu begegnen. Aber auch für diese Heldenreise gilt: Am Ende wird alles gut.
(Katalog,jk)