Diagonale
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Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Donnerstag, 19.03.
14:00 Uhr, Rechbauer

Das Pferd auf dem Balkon

Spielfilm, AT 2012, DCP, 90 min, dOF

Fokus Kinderfilm heißt's beim Film Meeting, darum hier ein "Klassiker": Der zehnjährige Mika ist anders: Er liebt Mathematik, sagt immer die Wahrheit und erkennt Sachen, die andere übersehen. Eines Nachts hört er ein Wiehern – ein Pferd auf dem Balkon der Nachbarwohnung! Das Schöne an dieser Adaption des Kinderbuchs von Milo Dor ist der unbedingte Glaube an dieses wundersame Bild: Dass plötzlich etwas an einem Ort auftaucht, wo es angeblich nicht hingehört, bedeutet noch lange nicht, dass man seinen Augen nicht trauen darf. Für Regisseur Hüseyin Tabak ein guter Anlass, Mika und seine Freundin auf eine unwahrscheinliche Abenteuerreise zu schicken.

„Man sagt, ich bin anders, aber sind das nicht alle?“ Anders als die anderen Zehnjährigen ist der kleine Mika (Enzo Gaier) nämlich gar nicht, abgesehen davon, dass er immer die Wahrheit sagen muss, Mathematik mag und bei ihm jeden Tag pünktlich zur selben Zeit das Essen auf dem Tisch zu stehen hat. „Ich tu mir schwer mit anderen Menschen“, erklärt er seiner neuen Freundin Dana (Nataša Paunović) sein Asperger-Syndrom. Der ist das aber ziemlich egal, denn Mikas Marotten sind erstens leicht erträglich, und zweitens hat er im Hof des Wiener Gemeindebaus, in dem die beiden wohnen, etwas Großartiges entdeckt: Auf einem der kleinen Klopfbalkone steht in der Nacht ein Pferd.

Für die beiden ein guter Grund, sich den Vierbeiner zunächst mithilfe einer Leiter näher anzusehen, für Regisseur Hüseyin Tabak ein guter Anlass, die Kinder in der Folge auf eine unwahrscheinliche Abenteuerreise zu schicken. Das Schöne an Das Pferd auf dem Balkon , einer Adaption des gleichnamigen Kinderbuchs von Milo Dor aus den frühen Siebzigern, ist der unbedingte Glaube an dieses wundersame Bild: Dass plötzlich etwas an einem Ort auftaucht, wo es angeblich nicht hingehört, bedeutet noch lange nicht, dass man seinen Augen nicht trauen darf.

Diese Mischung von Magie und Wirklichkeit bestimmt auch das von Milan Dor geschriebene Drehbuch. Während seine Mutter (Nora Tschirner) als Alleinerzieherin alle Hände voll zu tun hat, um über die Runden zu kommen, blitzen Mikas Wünsche und Träume immer wieder als Fantasiebilder auf und formen eine eigene Welt, die mit der Wirklichkeit des Gemeindebaus gleich viel zu tun hat wie die Sorgen und Ängste der Erwachsenen. Etwa jene von Sascha (Andreas Kiendl), dem sympathischen Pferdebesitzer, der mit seinem Reittier seine Spielschulden loswerden will – ein Vorhaben, das Mika und Dana nicht gutheißen können und in bester Kindermanier vereiteln wollen.

Das Pferd auf dem Balkon erzählt derart nicht nur vom üblichen Wünschen und Helfen kleiner Held:innen, die in den Augen Erwachsener große Dinge tun, sondern auch davon, dass eine gehörige Portion Starrsinn – mit oder ohne Asperger-Syndrom – in dieser Welt nicht schadet. Allerdings nicht immer: Um dem verschuldeten Loser aus der Patsche zu helfen, planen das Mathematikgenie und eine alte Nachbarin (großartig: Bibiana Zeller) den trickreichen Gang ins Kasino. „Die Sechs ist unzuverlässig, wenn man sie umdreht, ist sie eine Neun“, besteht Mika im entscheidenden Moment auf seiner Entscheidung. In manchen Situationen sollte man eben flexibel bleiben. (Michael Pekler)

Empfohlen ab 8 Jahren  

Regie: Hüseyin Tabak
Buch: Milan Dor
Darsteller:innen: Enzo Gaier, Nataša Paunović, Andreas Kiendl, Nora Tschirner, Bibiana Zeller, Murathan Muslu, Alexander Fennon, Beatrix Brunschko, Rabie Perić, Andreas Bettinger – und natürlich das Pferd 🙂
Kamera: Peter von Haller
Schnitt: Fabian Rüdisser
Originalton: Heinz K. Ebner
Musik: Judit Varga
Sounddesign: Philipp Mosser
Szenenbild: Julia Oberndorfinger, Attila Plangger
Kostüm: Monika Buttinger, Theresa Ebner-Lazek
Produzent:innen: Katja Dor-Helmer
Produktion: Minifilm
Gefördert von: ÖFI – Österreichisches Filminstitut
FFW – Filmfonds Wien
FISA
Land Niederösterreich Kultur
ORF Film/Fernseh-Abkommen
Kinostart: 23.11.2012
Produktionsformat: digital

 

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