Diagonale
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Diagonale
Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Donnerstag, 19.03.
17:15 Uhr, Rechbauer
Freitag, 20.03.
19:30 Uhr, Schubertkino 2

Knife in the Heart of Europe

Dokumentarfilm kurz, AT/DE 2025, DCP, 60 min, OmeU
Sammelprogramm: Kurzdokumentarfilm Programm 1

Ein Film aus der russischen Exklave Kaliningrad, dem „Messer im Herzen Europas“. Drei Burschen vertreiben sich die Zeit zwischen Industrieruinen. Fabriken vor grauem Himmel. Ein Fischer kann in der Nacht seinen Fang kaum erkennen. Ein Film voller Hoffnung gegen die Angst und den Schmerz.

Als „Messer im Herzen Europas“ bezeichnete der US-Diplomat Robert C. O’Brien, ehemaliger Sicherheitsberater von Donald Trump, die zwischen Polen und Litauen gelegene russische Exklave Kaliningrad. „In diesem Film zeige ich, wie dieses Messer aussieht, indem ich es in meiner Hand und in meinem Herzen spüre“, so der Filmemacher Artem Terent’ev. „Dieser Film entstand inmitten der Stille, die dort derzeit herrscht, und aus dem Bedürfnis heraus, das Unausgesprochene auszudrücken.“

Langsam tastet sich die Kamera zu Beginn durch die Wohnung der Großmutter, in der auch Terent’ev aufwuchs. Es ist Mai 2024, durch die Fenster bricht milchiges Licht. Am unteren Bildrand erscheint ein Schriftzug: „Dear viewers, I am now editing this film.“ Die alte Frau verfolgt die Propagandanachrichten über den Ukrainekrieg im Fernsehen. Doch schon wenige Augenblicke später befinden wir uns auf der von braunen Häusern gesäumten Straße – das Ziel ist die Datscha des verstorbenen Großvaters nahe der Grenze. Drei Burschen vertreiben sich die Zeit zwischen Industrieruinen. In der Nacht kann ein Fischer seinen Fang kaum erkennen. Fabriken bilden ein Bollwerk vor grauem Himmel. Ein Film gegen die Angst und den Schmerz. Er würde nur die schöne Gegend filmen, so Terent’ev, als er von einem unsichtbaren Passanten der Spionage verdächtigt wird. Zu sehen sind in diesem Moment kahle Bäume entlang einer grauen Straße, während die Kamera das matte Sonnenlicht reflektiert. (Michael Pekler)  

Regie: Artem Terent'ev
Kamera: Artem Terent’ev
Schnitt: Artem Terent’ev
Produzent:innen: Felix Leitner, Hans Broich
Produktion: Superzoom Film
Weltvertrieb: Shellac (FR)
Uraufführung: FIDMarseille 2025
Österreichische Erstaufführung: Diagonale '26
Produktionsformat: digital

 

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