Diagonale
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Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Donnerstag, 19.03.
19:30 Uhr, Annenhof Kino 5

Dracula

Spielfilm, RO/AT/LU 2025, DCP, 170 min, OmeU

Radu Jude hat sich des nationalen Mythos seines Heimatlandes Rumänien angenommen – und wie! Wir begleiten einen Regisseur namens Adonis, der einen monumentalen Dracula-Film drehen will, bei seiner Suche nach Ideen. Da jedoch nicht Adonis, sondern Radu Jude Regie führt, sehen wir nicht einen, sondern 14 Dracula-Filme – eine haarsträubende Tour de Force, die sich anfühlt, als würde man 170 Minuten lang mit der Hochschaubahn fahren und dabei durch TikTok scrollen.

Wer schon immer wissen wollte, wie es sich anfühlt, 170 Minuten lang mit der Hochschaubahn zu fahren und dabei durch TikTok zu scrollen, dem wird hier geholfen – und wie! Wer, wenn nicht Radu Jude, der begnadetste Provokateur des europäischen Autorenfilms, könnte so etwas stemmen? Adonis, so heißt sein Alter Ego als Regisseur in der Rahmenhandlung, will einen monumentalen Dracula-Film drehen, aber ach, ihm sind die Ideen ausgegangen. Also sinniert er über seinem iPad, was er machen könnte. Weil auch das nicht hilft, ruft er – wenn auch nicht den Teufel – so etwas Ähnliches zu Hilfe: künstliche Intelligenz. Sie liefert ihm die erwartungsgemäß abscheulichen Bilder.

Aber das ist natürlich alles nicht wahr. Radu Jude hat nämlich sehr viele Ideen zum Thema Dracula. Daher sehen wir nicht einen Film, sondern 14. So entsteht ein wilder Ritt durch den nationalen Mythos Rumäniens – von halbpornografisch bis hochseriös, von tragisch bis albern, von historisch genau bis komplett durchgeknallt. Ein ganzes Kompendium, erstellt aus Judes wie gewohnt überbordender Fantasie. Und alle bekommen ihr Fett weg: Murnau, Coppola, die Dracula-Tourist:innen, die rumänische Regierung, die einst einen Dracula-Nationalpark errichten wollte, die Kirche – und auch wir sensationsgeilen Zuschauer:innen. Nicht alles ist gelungen, aber vieles dafür umso mehr. Ironischerweise ist die Episode, die am ehesten „konventionellen“ Dracula-Filmen ähnelt, die beste: mit Lukas Miko als österreichischem Gast. (Andreas Ungerböck)



Content Notes: Dracula enthält diskriminierende und derbe Sprache sowie sexuelle Szenen  

Regie: Radu Jude
Buch: Radu Jude
Darsteller:innen: Lukas Miko, Neil Young, Adonis Tanța, Gabriel Spahiu, Oana Maria Zaharia, Andrada Balea, Ilinca Manolache, Șerban Pavlu, Doru Taloș, Alexandra Harapu
Kamera: Marius Panduru
Schnitt: Cătălin Cristuțiu
Originalton: Odo Grötschnig
Musik: Wolfgang Frisch
Sounddesign: Sebastian Zsemlye
Szenenbild: Andreea Popa
Kostüm: Ciresica Cuciuc
Weitere Credits: VFX-Animation: Rebecca Akoun; Herstellungsleitung: Pierre-Emmanuel Finzi
Produzent:innen: Lukas Valenta Rinner, Alex Teodorescu, Rodrigo Teixeira, Paul Thiltges, Adrien Chef, Jani Thitges, Ada Solomon, Radu Jude
Produktion: Nabis Filmgroup
Koproduktion: Saga Film (RO), Paul Thiltges Distribution (LU), RT Features (BR), Samsa Film (RO), Bord Cadre Films (CH), Sovereign Films (UK), MicroFILM (RO)
Weltvertrieb: Luxbox (FR)
Verleih in Österreich: Filmgarten
Gefördert von: ÖFI – Österreichisches Filminstitut
ÖFI+
Uraufführung: Locarno Film Festival Wettbewerb 2025
Österreichische Erstaufführung: Viennale 2025
Kinostart: 08.05.2026
Produktionsformat: digital

 

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