Diagonale
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Diagonale
Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Donnerstag, 19.03.
19:45 Uhr, KIZ Royal 1
Freitag, 20.03.
11:00 Uhr, Annenhof Kino 6

Teresas Körper

Spielfilm, AT 2026, DCP, 76 min, OmeU

„Meine Wirbelsäule wird jeden Moment brechen“, beklagt sich Teresa bei ihrer Tochter. Die Filmemacherin Magdalena Chmielewska nähert sich dieser fiktionalisierten Version ihrer Mutter wie einem Puzzle, zeigt ihren Körper in den verschiedensten Details. Dabei verwebt sie diese vielschichtigen Momente mit Erinnerungsbildern zweier Mädchen, die den „kleinen Himmel“ bitten, er möge die Mutter schützen. Fiktion, Hoffnung und Leid reichen sich hier immer wieder die Hand.

„Meine Wirbelsäule wird jeden Moment brechen“, beklagt sich Teresa bei ihrer Tochter Magda. Gequält von Schmerzen, die wie Feuer in ihrem Körper brennen, ist Teresa nur noch eine Hülle ihrer selbst. Allein das gelegentliche Strecken auf dem Boden bringt ihr Entspannung. Egal, ob sie dazu Kissen in der Wohnung oder unter dem Sauerkirschbaum nutzt, dessen blutrote Früchte mit ihrem dunkel rinnenden Saft wiederholt als Warnzeichen auftauchen.

Wie in einem Puzzle, das auch sie nicht wieder zusammensetzen kann, nähert sich Regisseurin Magdalena Chmielewska dieser fiktionalisierten Version ihrer Mutter. In kunstvollen Detailaufnahmen zeigt sie die verschiedenen Facetten von Teresas Körper. In der zusammengekauerten Haltung erhebt sich der Rücken mit den tiefen Furchen der Wirbelsäule wie ein dunkles Omen.

Während sich die Mutter weiteren Schicksalsschlägen stellen muss, sucht Magda – auch gemeinsam mit ihrer Schwester Ola – Befreiung im Ausdruckstanz. Die ältere Generation litt unter der Last der Gewalt des Vaters und der Unterdrückung durch das Patriarchat, die Jungen suchen sich ihre Freiräume. Chmielewska verwebt diese teils poetisch ausgeklügelten, teils nüchtern inszenierten Momente mit verklärten Erinnerungsbildern der beiden Mädchen, die unter dem Sauerkirschbaum ein Amulett vergraben. Dieser „kleine Himmel“ soll die Mutter vor dem Vater und ihren Rückenschmerzen schützen. Fiktion, Hoffnung und Leid reichen sich hier immer wieder die Hand. (Susanne Gottlieb)



Content Notes: Teresas Körper thematisiert physische Gewalt  

Regie: Magdalena Chmielewska
Buch: Magdalena Chmielewska
Darsteller:innen: Teresa Chmielewska, Aleksandra Chmielewska-Grzegorzek, Magdalena Chmielewska
Kamera: Zuza Kernbach
Schnitt: Anna Garncarczyk
Originalton: Anna Rok
Sounddesign: Karim Weth
Produzent:innen: Camille Chanel, Magdalena Chmielewska, Sylwia Szczechowicz-Warszewska
Weltvertrieb: sixpackfilm
Verleih in Österreich: Stadtkino Filmverleih im Rahmen von New Voices
Gefördert von: BMWKMS – innovative film
Stadt Wien MA 7
scriptLAB docu
Uraufführung: Filmfestival Max Ophüls Preis 2026
Österreichische Erstaufführung: Diagonale '26
Produktionsformat: digital

 

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