Diagonale
Festival des österreichischen Films
8.–13. Juni 2021, Graz

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Drachenjungfrau
Spielfilm, AT 2015, Farbe, 90 min.
Diagonale 2016

Regie: Catalina Molina
Buch: Nikolaus Leytner, Stefan Hafner, Thomas Weingartner
Darsteller/innen: Manuel Rubey, Stefanie Reinsperger, Gerhard Greiner, Harald Krassnitzer
Kamera: Klemens Hufnagl
Schnitt: Alarich Lenz
Originalton: Klaus Kellermann
Musik: Patrik Lerchmüller
Sounddesign: Manuel Grandpierre
Szenenbild: Rudolf Czettel
Kostüm: Theresa Kopf
Produzent/innen: Dieter Pochlatko
Produktion: epo-film
Koproduktion: Produktion: epo-film, ORF

 

Am Fuße der Krimmler Wasserfälle wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Die örtlichen Polizisten sind unsicher: Unfall oder doch Mord? Also wird der Shootingstar des Landeskriminalamts Salzburg, Kommissar Martin Merana, aus dem Urlaub geholt und nach Krimml geschickt. Dort taucht er unfreiwillig in so manche Geheimnisse ein – auch solche, die mit ihm selbst zu tun haben.

Am Fuße der Krimmler Wasserfälle wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Die örtliche Polizei ist unsicher: Unfall oder doch Mord? Also wird der Shootingstar des Landeskriminalamts Salzburg, Kommissar Martin Merana, aus dem Urlaub geholt und nach Krimml geschickt. Dort taucht er unfreiwillig in Geheimnisse ein – auch solche, die mit ihm selbst zu tun haben. Gischt und Nebel, die hinab ins Tal fließen – bis in die frühen Morgenstunden bedecken sie mühelos das, was die Sonne in den wenigen Tagesstunden freizulegen versucht, als wolle sie wiederbeleben, was der Kälte längst anheimfiel. Sie kommen vom Wasserfall, dem paradox stoischen Agitator in Drachenjungfrau. Ein Salzburger Kaff namens Krimml: Hier setzen sich die gemeinschaftlichen Hierarchien aus der Volksschule heraus nahtlos ins Berufsleben fort – sofern man nicht abwandert. Hier, wo die schamlose Enge des unfreiwilligen Miteinanders selten etwas anderes produziert als Apathie oder Aggression, ist ein Unfall passiert. Oder ein Verbrechen. Je nachdem wie man es drehen will, je nachdem was man wissen will über die anderen und über sich selbst, über den Ausverkauf von Menschenwürde und den Eigennutz von Abhängigkeiten. Regisseurin Catalina Molina porträtiert das österreichische Dorfbiotop analog zum Ermittlungsstil des Kriminalkommissars Martin Merana, eines „Ex-aber-immer-Krimmlers“, der zur Unterstützung des örtlichen Polizeipostens eigens aus dem Urlaub und extra aus der Stadt geholt wird: deduktiv und mit aufrichtigem Interesse, stets mit spürbar emotionaler Bindung an die Umgebung, die Figuren, ihre Geschichten, und mit ungezwungenem Humor. Drachenjungfrau kann dabei vor allem auf die gewohnt sympathische Darstellung von Manuel Rubey setzen, der hier besonders durch das produktive Zusammenspiel mit der hervorragenden, erfrischend agierenden Stefanie Reinsperger als polizeiliche Ermittlungspartnerin Franziska Heilmayr noch an Nuancen gewinnt. Zwischen zahlreichen Verdächtigen und immer deutlicher werdenden dorfgemeinschaftlichen Verstrickungen stellen sich die möglichen Tatmotive bald als unüberschaubar dar. Indes balancieren Manuel Rubey/Martin Merana und Stefanie Reinsperger/Franziska Heilmayr die beiden Handlungsstränge äußerst souverän.
(Katalogtext, az)

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