Diagonale
Festival des österreichischen Films
16.–21. März 2021, Graz

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Do we need to have an accident?
Innovatives Kino kurz, AT 2011, Farbe, 3 min., eOf
Diagonale 2020

Regie: Sabine Marte

 

sixpackfilm wurde 1990 gegründet, um eine umfassende Found-Footage-Filmschau im Stadtkino zu veranstalten. Nach dem großen Erfolg wurde das Vereinsziel um den Aufbau einer Vertriebsorganisation für den österreichischen künstlerischen Film aller Stilrichtungen erweitert. Dreißig Jahre später ist sixpackfilm ein international etablierter Vertrieb und Verleih. Im heurigen Jubiläumsjahr kuratieren das Österreichische Filmmuseum und sixpackfilm abermals eine groß angelegte Schau zum Thema Found Footage.

Dieser Film wäre bei der Diagonale'20 im Sammelprogramm „A Perfect Body is an Embarassing Body. 30 Jahre sixpackfilm“ in der Schiene In Referenz zu sehen gewesen.

sixpackfilm wurde 1990 gegründet, um eine umfassende Found-Footage-Filmschau (eine der ersten ihrer Art) im Stadtkino zu veranstalten. Nach dem großen Erfolg wurde das Vereinsziel um den Aufbau einer Vertriebsorganisation für den österreichischen künstlerischen Film aller Stilrichtungen erweitert. Dreißig Jahre später ist sixpackfilm ein international etablierter Vertrieb und Verleih, der jährlich vierzig bis fünfzig neue Filme um die Welt zu Festivals schickt. Das Konzipieren von Veranstaltungen ist noch immer ein wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit für den innovativen Film aus Österreich, aber sixpackfilm präsentiert auch internationale Filmkunst in Wien. Im heurigen Jubiläumsjahr kuratieren das Österreichische Filmmuseum (Michael Loebenstein, Jurij Meden) und sixpackfilm (Brigitta Burger-Utzer, Peter Tscherkassky) abermals eine groß angelegte Schau mit Filmen aus „gefundenem Material“. Denn immer mehr Filmemacher/innen entdecken seit den 1990er-Jahren die Schönheit und die Aussagekraft fremder Bilder, die nicht nur Geschichte(n) transportieren, sondern oft auch Geschichte sind. Das Geburtstagsprogramm während der Diagonale’20 ist ein kleiner Vorgeschmack darauf.
Das Programm versammelt weibliche Handschriften rund um die neueste Arbeit von Deborah Stratman. Vever (for Barbara) aktualisiert liegen gelassene Filmprojekte von Maya Deren und Barbara Hammer gleichermaßen und bringt sie in einen zeitgemäßen postkolonialen Diskurs.
Der Titel des Programms ist dem sprechenden Zitat von Jean-Luc Nancy im wunderbaren Diagonale’11-Trailer von Sabine Marte entnommen. Wie immer konstruiert die Filmemacherin um einen kunstvollen Text eine filmische oder performative Struktur: In Do we need to have an accident? schneidet sie aus unzähligen Hollywoodfilmen die Szenen mit den passenden Sprachfragmenten zu drei surrealen Erzählungen.
Nana Swiczinsky dekonstruiert mittels Morphing in Lezzieflick sexuelle Szenen zwischen Frauen, die in Heteropornos lesbische Erotik simulieren.
Beim Locarno Film Festival 2019 hat The Giverny Document von Ja’Tovia Gary zu Recht den Preis für den besten Film der Sektion „Moving Ahead“ gewonnen. Die Regisseurin verwendet das Medium Film als radikales, facettenreiches Statement für die Sichtbarkeit und die Personifizierung schwarzer Frauenkörper in öffentlichen Räumen in Europa, in New York und schließlich auf Bühnen, wie sie Nina Simone bespielte.
Zum Abschluss wütet Mara Mattuschka in S.O.S. Extraterrestria als außerirdische Riesin auf unserem Planeten und löst apokalyptische Katastrophen aus, bevor sie den Eiffelturm für ihre sexuelle Befriedigung nutzt.
(Katalogtext, Brigitta Burger-Utzer)

A Perfect Body is an Embarassing Body
30 Jahre sixpackfilm

Do we need to have an accident? (R: Sabine Marte, AT 2011)
Vever (for Barbara) (R: Deborah Stratman, US 2019)
Lezzieflick (R: Nana Swiczinsky, AT 2008)
The Giverny Document (Single Channel) (R: Ja’Tovia Gary, US/FR 2019)
S.O.S. Extraterrestria (R: Mara Mattuschka, AT/DE 1993)