Diagonale
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Diagonale
Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Montag, 23.03.
10:30 Uhr, Schubertkino 2

Draga Ljiljana – Liebe Ljiljana

Dokumentarfilm kurz, AT 2000, DCP, 30 min, OmeU
Sammelprogramm: Neue Unsicherheiten 7: Tito-Material, Somewhere Else, Draga Ljiljana

Jahre nach dem Krieg reist Nina Kusturica zurück in die bosnische Heimat und die eigene Vergangenheit. Sie adressiert ihren Film-Brief an eine alte Freundin, von der niemand weiß, wo sie ist. Und stellt fest: Plätze kann man wieder besuchen, aber die Zeit kann man nicht zurückdrehen.

Die Aufnahmen einer Rückkehr ins kriegsversehrte Bosnien werden begleitet von der Stimme der Regisseurin, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten schon lange in Wien lebt. Die Reise in die eigene Vergangenheit ist gleichzeitig ein Film-Brief, adressiert an eine gewisse Ljiljana, eine vermutlich in Bosnien gebliebene Freundin, die abwesend und unauffindbar bleibt. Ist sie noch am Leben? Handelt es sich überhaupt um eine reale Person? Und löst sich nicht die Idee einer konsistenten „Heimat“ in diesen Bildern ebenso auf wie die Möglichkeit einer existenten Empfängerin? Das essayistische Vorgehen, die briefliche Form erinnern an Chris Marker: Das kollektive Gedächtnis zerfällt in Einzelteile, die Aussagen der von Kusturica Interviewten nehmen eine poetische Dimension an. Wobei auch deutlich wird, warum die damals wie heute vielfach geforderte „Rückkehr von Geflüchteten in ihre Herkunftsländer“ eine so falsche wie inhumane Idee ist: An Orte kann man zurückkehren, aber die Zeit kann man nicht zurückdrehen. (Philipp Stadelmaier)  

Regie: Nina Kusturica
Buch: Nina Kusturica
Kamera: Eva Testor
Schnitt: Julia Pontiller
Originalton: Marco Antoniazzi
Musik: Abad Kusturica
Weitere Credits: Produktionsleitung: Christoph Ziereis
Produzent:innen: Nina Kusturica
Weltvertrieb: sixpackfilm
Verleih in Österreich: sixpackfilm
Uraufführung: Diagonale '00

 

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