Diagonale
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Diagonale
Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Samstag, 21.03.
14:00 Uhr, KIZ Royal 1
Sonntag, 22.03.
17:45 Uhr, Schubertkino 2

All My Sisters

Dokumentarfilm, AT/FR/GE/IR 2025, DCP, 78 min, 21.3. OmeU, 22.3. OmdU

Achtzehn Jahre lang hat Massoud Bakhshi seine beiden Nichten mit der Kamera begleitet. Aus den Kindern werden Teenager, deren Alltag zunehmend von Regeln, Verboten und Fragen nach Freiheit bestimmt ist. Aus der Gegenwart blicken sie auf ihre Kindheit zurück, die Fragen erscheinen größer und klarer denn je. All My Sisters verhandelt weibliche Selbstbestimmung und politischen Widerstand im Iran und zeigt, wie sich Widersprüche leise, schleichend und sehr persönlich formen.

Mahya und Zahra sind noch Kinder, als ihr Onkel Massoud Bakhshi im Jahr 2007 in Teheran beginnt, sie mit der Kamera zu begleiten. Die Szenen wirken wie aus einem typischen Homemovie: Die Schwestern schaukeln, spielen Beauty-Salon und liegen einander lachend in den Armen, als im Hintergrund bereits gesellschaftliche Regeln zu greifen beginnen: Darf man tanzen? Darf man Haut zeigen, und warum eigentlich nicht? In der Schule und in der Familie lernen die Mädchen, wie der Hijab richtig gefaltet, beschriftet und getragen wird. Religiöse Erzählungen der Großmutter und beiläufige Ermahnungen schleichen sich in ihren Alltag, noch bevor sie selbst begreifen, was ihnen auferlegt wird. Die Schwestern sind sich selten einig, widersprechen Erwachsenen und einander. Später kommt eine dritte kleine Schwester, Maleka, hinzu.

Heute sitzen die mittlerweile erwachsenen Frauen in einem dunklen Raum und blicken auf ihre Kindheit zurück. Sie lachen über die mädchenhaften Schreie beim Bürsten der Haare und über ihre damaligen Spiele. Der Onkel unterbricht eine Szene: Brillant findet er sie, aber leider unbrauchbar – wegen des Kleides. Während im Iran Proteste auflodern, wird auch innerhalb der Familie gestritten. Die Großmutter wirft Zahra vor, politisch geworden zu sein. Doch die widerspricht: Es gehe nicht um Religion.

All My Sisters zeigt, wie sich Zorn und Widerstand verschränken und wie Frauen lernen, ihre Energie, ihre Stimmen, ihre Rechte und ihre eigenen Bilder zu verteidigen. (Naomi Wood)

Präsentiert von der Arbeiterkammer Steiermark  

Regie: Massoud Bakhshi
Buch: Massoud Bakhshi
Kamera: Massoud Bakhshi
Schnitt: Haideh Sayifari, Jacques Comets
Musik: Mahya Habibi
Sounddesign: Janis Grossmann-Alhambra, Jennifer Spiesen
Weitere Credits: Dramaturgie: Ina Ivanceanu; Projektleitung: Alice Royoux
Produzent:innen: Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Bady Minck, Massoud Bahkshi, Éric Lagesse, Mohammad Farokhmanesh
Produktion: Amour Fou Vienna
Koproduktion: Sampek Productions (FR), Brave New Work (DE)
Weltvertrieb: Pyramide Distribution
Verleih in Österreich: Stadtkino Filmverleih
Gefördert von: ÖFI+
EURIMAGES
Pictanovo
MOIN
Uraufführung: International Documentary Film Festival Amsterdam 2025
Österreichische Erstaufführung: Diagonale '26
Kinostart: 24.04.2026
Produktionsformat: digital

 

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