
AMS – Arbeit Muss Sein
Spielfilm, AT 2026, DCP, 100 min, 21.3. OmeU + AD, 23.3. OmdU (CC)
Marie (Margarethe Tiesel) bekommt mit ihren 58 Jahren in der modernen Arbeitswelt keinen Job mehr und kaum noch einen Fuß auf den Boden, Mahdiya (Mariam Hage) will als Frau mit Migrationshintergrund Polizistin werden – und das kann sich die AMS-Angestellte Kathi (Marie-Luise Stockinger) schlicht nicht vorstellen. Gemeinsam mit anderen Leidtragenden nehmen Marie und Mahdiya ihr Schicksal selbst in die Hand. Weshalb anstelle eines tristen Sozialdramas ein schwungvolles Offbeat-Musical seinen Lauf nimmt.
Was ist das genau für ein „Service“, den der Arbeitsmarktservice gemäß Eigenbezeichnung anbietet? Vor allem für wen? Wohl kaum für die „Kundinnen“ Marie Wotruba (Margarethe Tiesel) und Mahdiya Sayegh (Mariam Hage), die in
AMS – Arbeit Muss Sein
ganz spezielle Erfahrungen vor Ort machen. Marie bekommt mit ihren 58 Jahren in der modernen Arbeitswelt kaum noch einen Fuß auf den Boden, und Mahdiya muss erkennen, dass die AMS-Angestellte Kathi Kratochvil (Marie-Luise Stockinger) sich schlicht keine Frau mit Migrationshintergrund in Mahdiyas Traumberuf Polizistin vorstellen kann.
Wer sich angesichts dieser Ausgangslage nun Kitchen-Sink-Tristesse oder biederen Sozialrealismus erwartet, wird mit
AMS – Arbeit Muss Sein
jedoch sein blaues Wunder erleben. Denn in Sebastian Brauneis’ Film übersetzt sich die Wut auf die Verhältnisse nicht in Defätismus und Trübsalblasen, sondern in ein schwungvolles Offbeat-Musical wider den kafkaesken Sozialbehördendschungel. Und in eine kollektive Emanzipationsgeschichte: Marie, Mahdiya und ihre bald gar nicht mal so wenigen Mitstreiter:innen denken nicht daran, sich mit ihrem Schicksal als Almosenempfänger:innen abzufinden. Solidarität heißt das Gebot der Stunde. Kreative Lösungen sind gefragt, um dem Amt ein Schnippchen zu schlagen.
Die gesungene Systemkritik macht auch deshalb so viel Spaß, weil Marie-Luise Stockinger dem System in phänomenaler Manier ein hassenswertes Gesicht leiht: Ihre streberhaft auf eine Beförderung schielende Kathi Kratochvil hat das Treten nach unten zur Kunstform erhoben. Die gleichermaßen neoliberalen wie rassistischen Hohlformeln unserer sozial erkalteten Gegenwart purzeln aus ihr nur so heraus. Doch diesmal hat sie die Rechnung ohne die Wirt:innen gemacht. (Lukas Foerster)
Präsentiert von Radio FM4
Buch: Sebastian Brauneis, Lily Ringler, Helmut Emersberger
Darsteller:innen: Margarethe Tiesel, Lukas Watzl, Marie-Luise Stockinger, Isabella Knöll, Laura Hermann, Mariam Hage, Anton Noori, Martina Spitzer, Tania Golden, Simon Frühwirth, Sebastian Malfèr, Kseniia Korolchuk
Kamera: Roman Chalupnik, Sebastian Brauneis
Schnitt: Paul Eckhart, Antonia Adelsberger, Sebastian Brauneis
Originalton: Clara Köberl
Musik: Christian Heschl
Sounddesign: Inanna Palikruschewa
Produzent:innen: Sebastian Brauneis
Produktion: Studio Brauneis
Gefördert von: BMWKMS – innovative film
FFW – Filmfonds Wien
Land Niederösterreich Kultur
ORF Film/Fernseh-Abkommen
ÖFI – Österreichisches Filminstitut
ÖFI+
Stadt Wien MA 7
Film Commission Graz
Uraufführung: Diagonale '26
Produktionsformat: digital




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