Diagonale
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Diagonale
Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Montag, 23.03.
10:30 Uhr, Schubertkino 2

Somewhere Else

Dokumentarfilm kurz, AT 1997, DCP, 60 min, OmeU
Sammelprogramm: Neue Unsicherheiten 7: Tito-Material, Somewhere Else, Draga Ljiljana

Das dokumentarische Porträt vier junger Menschen im Alter zwischen 19 und 27 Jahren, die den Jugoslawienkrieg in Sarajevo überlebt haben. Vier Monate nach Kriegsende erzählen sie von ihren Erlebnissen, von der Todesangst im Angesicht der Scharfschützen, vom Auflösen der Normalität in Momentaufnahmen, von ihrer verlorenen Jugend.

„Die Hure ist nur da für eine Fotosafari“, sagt eine Passantin, als Barbara Albert und Kamerafrau Christine A. Maier auf einem Busbahnhof in Sarajevo filmen. Kameras sind nicht unschuldig geblieben in diesem Krieg, in dem die Presse in Hotels gut versorgt wurde, während die Bevölkerung in der belagerten Stadt hungerte. Das Kriegsende ist erst wenige Monate her, als sich Albert im Frühling 1996 die zerstörte Stadt von jungen Erwachsenen zeigen lässt: die von Granateinschlägen zerlöcherten Fußballplätze, die fassadenlosen Wohnblöcke, die kahlen Parks, deren Bäume verheizt wurden, die Kellerlokale, in denen im Krieg so viele Bands auftraten, die unterirdische Shoppingmall, in der der Gefechtslärm nicht mehr zu vernehmen war. Eine der jungen Gesprächspartner:innen analysiert routiniert, dass der Westen Interesse an der Belagerung von Sarajevo hatte: „Es ging darum, dass kapitalistische Länder ein kommunistisches Land bezwingen.“ Es ist die Filmstudentin Jasmila Žbanić, deren Zusammenarbeit mit Maier hier beginnt. (Magdalena Miedl)



Content Notes: Somewhere Else thematisiert unmittelbare Kriegserfahrungen  

Regie: Barbara Albert
Kamera: Christine A. Maier
Schnitt: Torsten Heinemann
Originalton: Ralf Jacobs, Marcus Kanter
Weltvertrieb: sixpackfilm
Verleih in Österreich: sixpackfilm

 

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