
Knittelfeld – Stadt ohne Geschichte
Dokumentarfilm kurz, AT/DE 1997, Film 16mm, 35 min, OmeUSammelprogramm: Neue Unsicherheiten 1: Höhenrausch, Knittelfeld, Berlino
Gerhard Friedl verknüpft die gewaltvolle Geschichte einer Familie aus Knittelfeld mit Ansichten der steirischen Kleinstadt. Eine Erzählung über Totschlag, Diebstahl und Haftstrafen, als „Tatorte“ fungieren Gasthäuser, Billigshops und ein Militärflughafen. Die Bild-Ton-Schere hinterlässt nicht zu schließende Wunden im Gedächtnis.
„Um 1990 verändert sich während weniger Jahre das Stadtbild Knittelfelds grundlegend“, berichtet die Erzählstimme in trockenem Tonfall. Einkaufszentren und Handelsniederlassungen siedeln sich an der Peripherie der industriell geprägten steirischen Kleinstadt an. Sieben Jahre später entsteht Gerhard Friedls wegweisender Kurzfilm, in dem die gewaltvolle Geschichte einer Familie mit Ansichten der Stadt verknüpft wird: Während man von Totschlag, Kindsmord, Diebstahl und Haftstrafen der Söhne erfährt – sogar der deutsche Boulevard zeigt sich an einer „Story“ interessiert –, hält die Kamera in ruhigen Schwenks und starren Einstellungen unterschiedliche Orte des öffentlichen Lebens fest: Kreuzungen, Billigshops, Gasthäuser, den Militärflughafen. Die Bild-Ton-Schere, die Friedl später in
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perfektionieren wird, hinterlässt nicht zu schließende Wunden im Gedächtnis. Selbst wenn die Mutter angesichts der Gewalt, „um weiteres Unheil zu vermeiden“, die Fenster im Erdgeschoss zumauern lässt. (Michael Pekler)
Buch: Gerhard Benedikt Friedl
Kamera: Rudolf Barmettler
Schnitt: Gerhard Benedikt Friedl
Originalton: Andrée Hesse
Weitere Credits: Sprecher: Matthias Hirth
Produzent:innen: Evi Stangassinger
Weltvertrieb: sixpackfilm
Verleih in Österreich: sixpackfilm



