
Nur ein Augenblick
Dokumentarfilm, AT 2026, DCP, 78 min, OmeU
Sie ist allgegenwärtig und doch schwer zu fassen: die Zeit. Joerg Burger unternimmt in seinem Dokumentarfilm den Versuch, ihr Wesen von verschiedenen Zugängen her zu begreifen. In sachlichen Interviews mit Expert:innen aus Archäologie, Physik, Psychologie, Mathematik und Musik sowie in abstrakten, nahezu außerweltlich anmutenden Luftaufnahmen entsteht eine sinnlich-intellektuelle Brücke zwischen Geistes- und Naturwissenschaften, die zum Sinnieren und Staunen anstiftet.
„Ich werde mich an sie gewöhnen müssen, an ihre Gleichgültigkeit und Allgegenwart. Sie dehnt sich aus in die Unendlichkeit wie ein riesiges Spinnennetz“, schreibt Marlen Haushofer in
Die Wand
über die Zeit. Diese ist das große Thema in Joerg Burgers Dokumentarfilm, der in Haushofers unheimlichem Exzerpt mündet. Über verschiedene Zugänge und mit zahlreichen Gesprächspartner:innen sucht Burger in
Nur ein Augenblick
ein Phänomen zu fassen, das den Menschen seit jeher umtreibt. Hierfür zeigt der Regisseur und Kameramann, wie die Archäologie einen See oder das Universum als Archiv zu betrachten versteht und dass auch einer Landschaft eine Biografie innewohnt. Eine Philosophin vollzieht eine metaphysische Denkbewegung und gelangt über Einstein zu Henri Bergson.
Der nicht vorhandenen Zeitlichkeit eines Traums widmet sich indes die Psychologie. Und gleich mehrfach spielt das Zahnrad eine Rolle, sei es beim Uhrenmacher oder in einer alten Mühle. Burgers Essay ist dabei so konkret wie abstrakt, umfasst Natur- und Geisteswissenschaften und bewahrt doch die Griffigkeit eines Kompendiums, das sich souverän durchschreiten lässt. Zugleich reflektiert der Film seine eigene Zeitlichkeit: Ausführungen und Bilder verweilen, Bewegungen kehren wieder. Aufnahmen aus der Luft, die das Meer und zerklüftete Landschaften festhalten, unterbrechen das Gesagte auf poetische Weise. Das Ergebnis ist eine intellektuelle und ebenso sinnliche Brücke, die zum Vertiefen und Staunen anstiftet. (Carolin Weidner)
Buch: Joerg Burger
Kamera: Joerg Burger
Schnitt: Joerg Burger
Originalton: Nora Czamler, Andreas Hamza, Cristi Ioga, Joseph Nicolussi
Weitere Credits: Audiovisuelles Design: Uli Grimm; Flugaufnahmen: Martin Putz
Produzent:innen: Joerg Burger
Produktion: Joerg Burger Film Produktion
Weltvertrieb: sixpackfilm
Verleih in Österreich: sixpackfilm
Gefördert von: BMWKMS – innovative film
Land Niederösterreich Kultur
Stadt Wien MA 7
Uraufführung: Diagonale '26
Produktionsformat: digital



