Diagonale
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Diagonale
Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Freitag, 20.03.
19:45 Uhr, KIZ Royal 1
Samstag, 21.03.
16:00 Uhr, Annenhof Kino 5

Friendly Fire

Dokumentarfilm, AT/DE 2025, DCP, 112 min, OmdU

Erich Fried (1921–1988) schrieb berühmte Liebesgedichte, das Zentrum seiner Biografie aber war der politische Diskurs: Er beschäftigte sich mit dem Holocaust, linkem Protest, Pazifismus, dem Nahostkonflikt und dem Kalten Krieg. Für seine Kinder blieb wenig Zeit, sagt sein Sohn Klaus Fried. In seiner dokumentarischen Collage über den ihm fremden Vater verbinden sich persönliche Gefühle, Gespräche mit Familienmitgliedern, Fried-Expert:innen und Weggefährt:innen, eine Fülle von Archivmaterial und Erich Frieds Gedichte.

„Es ist was es ist, sagt die Liebe.“ Erich Fried (1921–1988), den österreichischen Lyriker und Essayisten, der ab 1938 im Exil in London lebte, kennt man vor allem für seine Liebesgedichte. Im Zentrum seiner Biografie und seiner Werke aber stand der politische Diskurs. Fried beschäftigte sich mit dem Holocaust und dem Faschismus, mit der Studentenbewegung, linkem Protest und Pazifismus, mit dem Nahostkonflikt und dem Kalten Krieg. Er war mit unzähligen Menschen in Kontakt, darunter Mitglieder der RAF und der Neonazi Michael Kühnen.

Ins Hintertreffen gerieten indes seine sechs Kinder aus drei Ehen – so jedenfalls sieht es der 1969 geborene Klaus Fried. In seinem essayistischen Dokumentarfilm Friendly Fire ergründet er das Leben, die Persönlichkeit und die Widersprüche seines Vaters. Er reist nach Österreich und Deutschland, besucht alle seine Geschwister, spricht mit Fried-Expert:innen, Weggefährt:innen und Freund:innen. In Zusammenarbeit mit Julia Albrecht entwickelte er eine sehr persönlich geprägte Filmcollage: Seine Emotionen während des Projekts – Neugier, Verwirrung, Wut, Rührung – und sein Humor verbinden sich mit den gesammelten Stimmen, einer Fülle von Archivmaterial und Erich Frieds Lyrik. Ein Schlüssel zu dieser filmischen Reise ist ein Gespräch von Klaus mit seinem Zwillingsbruder: Was Klaus zusammengetragen habe, seien Geschichten über ihren Vater, resümiert Tom. Diese müssen nicht der Realität entsprechen. „Vielleicht will ich nur von Erich gesehen werden“, antwortet Klaus. (Sabina Zeithammer)  

Regie: Klaus Fried, Julia Albrecht
Buch: Klaus Fried, Andrew Hood
Kamera: Ralf Ilgenfritz
Schnitt: Julia Albrecht
Originalton: Matthias Kreitschmann
Sounddesign: Adrian Lo
Weitere Credits: Zweite Kamera: Matthias Kreitschmann; Mischung: Adrian Lo; Redaktion rbb: Jens Stubenrauch, Rolf Bergmann
Produzent:innen: Ralph Wieser, Gunter Hanfgarn, Andrea Ufer
Produktion: Mischief Films, Hanfgarn & Ufer (DE)
Koproduktion: im Auftrag von Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)
Gefördert von: Stadt Wien MA 7
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
Zukunftsfonds der Republik Österreich
Uraufführung: Internationales Dokumentarfilmfestival München 2025
Österreichische Erstaufführung: Diagonale '26
Produktionsformat: digital

 

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