Diagonale
Festival des österreichischen Films
8.–13. Juni 2021, Graz

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Spielfilm kurz, AT 2021, Farbe, 15 min., OmeU
Diagonale 2021

Regie: Dominik Galleya, Clemens Niel
Buch: Dominik Galleya, Clemens Niel
Darsteller*innen: Elijahs Neuwirth, Sebastian Jajtić , Alen Sumbuljević, Emil Schremmer
Kamera: Clemens Niel
Schnitt: Dominik Galleya, Clemens Niel, Joachim Iseni
Originalton: Katharina Pichler, Lukas Benedicic
Sounddesign: Katharina Pichler
Szenenbild: Chiara Matschnig
Weitere Credits: Licht: Edin Turalić Kamera/Licht Assistenz: Thomas Guggenberger, Ivo Cervenka Catering: Mimi Neitsch Best Boy: Harry Kemp
Produzent*innen: Shari Ehlers, Manuel Defregger

 

Der Teenager Elias wächst, größtenteils männlich sozialisiert, in suboptimalen ökonomischen Umständen auf. Seinen Wunsch nach einem Leben in materiellem wie sozialem Reichtum träumt er durch die Texte seiner Deutschrap-Idole wie RAF Camora oder Yung Hurn. Ein furchtlos-feinfühliger Film über die jugendliche Entwicklung von Identität und Klassenbewusstsein.

Elias muss seine Pubertät in einem Kaff aussitzen. Ein paar „jung gebliebene“ Freunde seines Vaters hier, eine Motorradgang harter – und überaus sympathischer – Burschen dort, sonst wenig Mama, kaum Mädchen, relativ viel Einsamkeit und massenweise Deutschrap übers Handy. In assoziativen Bildern furchtloser Empathie spüren die Regisseure Dominik Galleya und Clemens Niel dem Wunsch nach Zugehörigkeit eines Teenagers nach, der sich in seiner Identitätsentwicklung an wenig mehr als den Narrativen eines RAF Camora oder eines Yung Hurn und deren Glorifizierungen von Gewalt, Reichtum und Rollenklischees orientieren kann. Traum­szenarien von harter Arbeit, die in großen Reichtum mündet, und einem ewig loyalen Freundeskreis sind Aspekte eines Klassenbewusstseins, dem auch Elias viel abgewinnen könnte, doch steht er ganz woanders. Kein Schaden, auch wenn er das – noch – nicht weiß.
(Katalogtext, az)