Diagonale
Festival des österreichischen Films
8.–13. Juni 2021, Graz

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Life on the Horn
Spielfilm kurz, AT/DE/SO 2020, Schwarzweiß, 25 min., OmeU
Diagonale 2021

Regie, Buch, Kamera: Mo Harawe
Darsteller*innen: Maxamed Axmed Maxamed, Cabdiraxmaan Maxamed, Maxamed Maxamuud Jamac, Mohamed Hersi, Faadumo Abshir, Xuseen Abdirisaaq
Schnitt: Alexander von Piechowski
Originalton: Maxamed Maxamuud Jamac
Musik: Dimi Mint Abba, Hassan Adan Samatar, Adbi Tahliil, Khalifa Ould Eide
Sounddesign: Alexander von Piechowski
Produzent*innen: Mo Harawe, Deko Adano Ali, Alexander von Piechowski

 

Die Küste Somalias ist Schauplatz dieses durchdringenden, in prägnanten Schwarz-Weiß-Tableaus gestalteten Films: Ein junger Mann pflegt seinen sterbenden Vater inmitten einer tödlichen Umgebung. Seit Jahrzehnten wird am Horn von Afrika Giftmüll gelagert. Regisseur Mo Harawe erzählt fast wortlos und hochsensibel von der Auflösung von Existenz und Sinnhaftigkeit.

In einer kleinen Lehmhütte unweit der vielen Giftmüllcontainer, die von europäischen Zwischenhändler/innen seit Jahrzehnten an der Küste Somalias gelagert werden, wohnt ein junger Mann mit seinem Vater. Während der Junge den in seinen letzten Lebenswochen befindlichen Alten pflegt, stirbt auch das Gebiet ringsum unaufhaltsam vor sich hin. Die wenigen noch verbliebenen Menschen wandern ab, nur der junge Mann scheint vorerst entschlossen, nicht(s) aufzugeben. In prägnanten Schwarz-Weiß-Bildern beschreibt Regisseur Mo Harawe hochsensibel, durchdringend und fast wortlos die Auflösung von Existenz und Sinnhaftigkeit in einer von chronischer Kolonial- und Naturgewalt gezeichneten Landschaft. Das „Leben am Horn“, das gibt es nicht. Der Film feierte im Rahmen der Talentplattform „Pardi di domani“ beim Locarno Film Festival seine Premiere.
(Katalogtext, az)

Dieser Film ist auch Teil der Diagonale-Kollektion im Flimmit-Abonnement. Mehr unter diagonale.at/canale-diagonale.