| Diagonale-Preis Kurzspielfilm 2026 |
| FÜR DEN BESTEN KURZSPIELFILM |
Franz Quitt
Closed for the Virus Break
Jurybegründung:
Der Preis geht an einen Film, der uns ein kollektives Erlebnis in Erinnerung ruft, das paradoxerweise von Vereinzelung und Abgrenzung geprägt war. Ein lauter und zugleich leise beobachtender Film, der eine Geschichte der individuellen Emanzipation und der Tragweite und Tragfähigkeit zwischenmenschlicher Kontakte und sozialer Bindung aus der Isolation heraus erzählt. Mit einer poetischen Bildsprache, die nie aufdringlich ist und nie nur dem ästhetischen Selbstzweck dient, übersetzt der Film das urmenschliche Verlangen nach Körperlichkeit, Berührung und Bindung in haptische, warme Bilder.
Analoges Filmmaterial, das atmet, lebt und lebendig ist, funktioniert hier als Gegenentwurf zur digitalen Überreizung und Sterilität. Ein Film, der uns bewegt und selbst die Bewegung feiert, indem leere Straßen und Räume tanzend zurückerobert werden und so wieder eine Öffentlichkeit hergestellt wird, in der Menschen sich tatsächlich umeinander kümmern. Wir wünschen uns, dass dieser Film, den wir im Kino als sozialen, gesellschaftlichen und gemeinschaftlichen Raum schauen, auf seinem Weg noch viele weitere Zuschauer:innen zu dieser Menschlichkeit bewegen mag.
Jury Kurspielfilm:
Isabella Brunäcker (Regisseurin & Drehbuchautorin, AT)
Laura Walde (Kuratorin & Filmwissenschaftlerin, CH)
Georg Weiss (Kameramann, AT)