| Diagonale-Preis der Jugendjury 2026 |
| FÜR DEN BESTEN NACHWUCHSFILM |
Sebastian Kubelka
64 km von daheim
Jurybegründung:
Der Filmemacher unseres Siegerfilms begleitet seine 96-jährige Großmutter auf eine Reise in ihre Vergangenheit. Der Film hat uns als Jugendjury gerade deswegen überzeugt, weil er seinen Blick auf eine ältere Person, eine Zeitzeugin des Zweiten Weltkriegs richtet. Der junge Regisseur stellt dabei kaum Fragen, sondern filmt einfach nur diese wunderbare Protagonistin in Konfrontation mit der Stadt ihrer Jugend. Die Entscheidung, eine so spannende Person einfach nur reagieren und erzählen zu lassen, ist für uns ebenso wichtig wie auch höchst berührend.
Der Film lässt uns nahe herantreten, still beobachten und gibt der Protagonistin und ihrer Geschichte den Raum, den sie benötigt. Besonders begeistert haben uns darüber hinaus die lebendigen Farben und Kontraste sowie die äußerst stimmige Komposition. Die Kamera fängt zudem mittels passend eingesetzter Großaufnahmen die Emotionen und die Schönheit der vom Alter gezeichneten Haut der Protagonistin ein. Unterstrichen wird all dies von atmosphärischen Geräuschkulissen sowie harten Schnitten auf der Tonebene, mit denen wuselige Betriebsamkeit von beruhigender Stille durchbrochen wird. Wir finden, Aufarbeitung ist essenziell für uns und für unsere Zukunft, und vielleicht sollten wir den Generationen vor uns von Zeit zu Zeit ein offenes Ohr schenken.
Jugendjury:
Alexandra Borkenstein
Sofia Breitfuß
Philipp Klever
Luca Mair
Nitya Schafarik
Die Mitglieder der Jugendjury werden während des Filmseminars im Februar ’26 ausgewählt von Heidelinde Neuburger und Steve Csacsinovits. Initiiert und organisiert vom Verein Kulturvermittlung Steiermark – Kunstpädagogisches Institut Graz. (Idee: Max Aufischer, Leitung bis 6/2018, Organisation: Luise Grinschgl)