
Die Kuh, die weint
Spielfilm, AT/DE 2025, DCP, 89 min, dOF + AD
Ein Mädchen verschwindet, und eine Kuh beißt ins Gras. Während die Männer Schmäh führen, packen die Frauen den Stier bei den Hörnern – gemeinsam geht es gegen das Verbrechen. Der in Kärnten angesiedelte Beitrag zur erfolgreichen Landkrimi-Reihe testet TV-Klischees gleich in zweifacher Hinsicht: Pia Hierzeggers Drehbuch nimmt das Gefühlsleben der Protagonist:innen ernst, und Andreas Prochaskas Regie mengt Elemente des Grauens ins Ermittlungsgeschehen. Auf falschen Fährten kommt man zum Ziel, und es gewinnt, wer wagt.
Eigentlich wollte Oberinspektorin Acham (Pia Hierzegger) nur ihre gute Freundin Martina Schober (Jutta Fastian) besuchen, die im Örtchen Sattendorf am Nordufer des Ossiacher Sees als Polizistin arbeitet. Doch nicht nur ist ihre Freundin frisch in ihren Kollegen verliebt, weswegen Achams Nächte auf der Couch von Martina etwas unruhig ausfallen, sondern es ist auch die junge Italienerin Ludovica verschwunden, die bei der Familie Pichler zur Untermiete wohnt. Als die Studentin wenig später tot im Bergwald aufgefunden wird, verlängert Acham ihren Aufenthalt kurzerhand, und die beiden Frauen beginnen gemeinsam mit den Ermittlungen im Feld und auf der Alm. Währenddessen unterstützt der Kollege sie vom Schreibtisch aus mit Computer und Telefon, und die Pichlers werden endgültig von ihren Lügen und Geheimnissen eingeholt.
In Andreas Prochaskas aktuellem Beitrag zur Landkrimi-Reihe des ORF,
Die Kuh, die weint
, sind die Männer recht redselig und die Frauen eher zupackend. Immer aber haben alle Zeit für irgendeinen Schmäh, den zwar eigentlich grad keiner braucht, der jedoch die menschliche Dimension der Handlung ungemein befördert und das Generische der Fernsehstandards sabotiert. Das liegt am gefühlsgeladenen, zugleich mit trockenem Witz knisternden Drehbuch von Pia Hierzegger, die auch als Oberinspektorin agiert. Währenddessen Prochaska mit fieser Intention Horrorgenre-Tropen auspackt, Pistolen, Kettensägen und Fleischwölfe in Position bringt und Würmer und Käfer über Schimmel und Verwesung kriechen lässt. Mit ihm unter einer Decke steckt Gerhard Liebmann als Helge Sabotnik, der eigenbrötlerische Bauer, den natürlich alle sofort als den Schuldigen in Verdacht haben. Wenn sie sich da mal nicht täuschen … Muuuh! (Alexandra Seitz)
Buch: Pia Hierzegger
Darsteller:innen: Pia Hierzegger, Jutta Fastian, Clemens Berndorff, Gerhard Liebmann, Agnes Hausmann, Julian Looman, Amelie Dölzlmüller, Julian Waldner, Fabrizio Romagnoli, Gerda Drabek, Laurin Schulz, Romeo Kaltenbrunner
Kamera: Aleksandra Medianikova
Schnitt: Alarich Lenz
Originalton: Christian Hermans, Herbert Verdino
Musik: Karwan Marouf
Sounddesign: Nina Slatosch
Szenenbild: Veronika Tupy
Kostüm: Elisabeth Fritsche
Weitere Credits: Casting: Nicole Schmied; Producerin: Gudula von Eysmondt; Redaktion: Sabine Weber (ORF), Daniel Blum (ZDF)
Produzent:innen: Gerald Podgornig, Thomas Hroch
Produktion: Mona Film, Tivoli Film
Koproduktion: ORF (AT), ZDF (DE)
Gefördert von: FISA+
ABA
Fernsehfonds Austria
Carinthia Film Commission
Land Kärnten
Uraufführung: Diagonale '26
Produktionsformat: digital



