
Zweitland
Spielfilm, DE/IT/AT 2025, DCP, 113 min, OmdU
Michael Koflers Langfilmdebüt erzählt von den Autonomiebestrebungen in Südtirol in den Sechzigerjahren.
Zweitland
vermittelt die komplexe politische Situation anhand einer Familie: Während der Bauer Anton (Laurence Rupp) sich dem „Widerstand“ anschließt, will sein jüngerer Bruder Paul (Thomas Prenn) mit Politik nichts zu tun haben. Antons Frau Anna (Aenne Schwarz) ist pragmatisch: Ein friedliches Zusammenleben soll künftigen Generationen das Dasein erleichtern. Bald steht die Familie vor einer Zerreißprobe.
Michael Koflers Film schildert die historische Situation um die Autonomiebestrebungen in Südtirol in den Sechzigerjahren, als einige Hitzköpfe die Lage im wahrsten Sinne des Wortes explosiv gestalteten – mit Brandanschlägen zunächst in der Region, später auch im Rest von Italien, wobei auch Todesopfer zu beklagen waren. Das kompromisslose und harte Vorgehen der italienischen Behörden machte die Sache nicht einfacher. Kofler wählt den bewährten Ansatz, die komplexe politische Situation anhand einer Familie zu vermitteln.
Während der Bauer Anton Passler (Laurence Rupp) sich dem „Widerstand“ und den Bombenlegern anschließt, will sein jüngerer Bruder Paul (Thomas Prenn), der eigentlich vorhat, in München an der Kunstakademie zu studieren, mit Politik nichts zu tun haben – was erwartungsgemäß nicht möglich ist. Antons Frau Anna (Aenne Schwarz), eine „Zugewanderte“, die im Dorf einen schweren Stand hat, steht irgendwie dazwischen und ist pragmatisch: Ein friedliches Zusammenleben mit den Italienern soll vor allem künftigen Generationen das Dasein erleichtern. Doch die Realität sieht anders aus. Als Anton sich nach dem ersten Anschlag nach Österreich absetzt, steht die Familie vor einer Zerreißprobe, und spätestens als sein bester Freund nach Misshandlungen durch die italienische Polizei stirbt, wird klar, dass auch Paul eine Haltung einnehmen muss.
Zweitland
überzeugt durch famose Darsteller:innen, allen voran Aenne Schwarz, und durch größtmögliche Authentizität in Sprache und Gestus der Protagonist:innen. (Andreas Ungerböck)
Content Notes:
Zweitland enthält Darstellungen rechter Gewalt und rassistische Sprache
Buch: Michael Kofler
Darsteller:innen: Thomas Prenn, Laurence Rupp, Aenne Schwarz
Kamera: Felix Wiedemann
Schnitt: Florian Miosge
Originalton: Stefano Bernardi, Niklas Kammertöns
Musik: Teardo Teho
Sounddesign: Niklas Kammertöns
Szenenbild: Martin Reiter
Kostüm: Monika Buttinger
Weitere Credits: Maske: Tünde Kiss-Benke, Alisza Pfeifer; Produktionsleitung: Marcus Boehnke, Dominic Spitaler
Produzent:innen: Barbara Pichler, Gabriele Kranzelbinder, Wasiliki Bleser, Martin Rattini, Rainer Kölmel
Produktion: KGP Filmproduktion
Koproduktion: Starhaus Filmproduktion (DE), Helios Sustainable Films (IT)
Gefördert von: ÖFI – Österreichisches Filminstitut
ORF Film/Fernseh-Abkommen
IDM Südtirol/Alto Adige
DGCA – Ministero della Cultura
Autonome Provinz Bozen – Südtirol
BKM – Bundesregierung für Kultur und Medien
Uraufführung: Filmfest München 2025
Kinostart: 04.09.2025
Produktionsformat: digital

