
64 km von daheim
Dokumentarfilm kurz, AT 2026, DCP, 28 min, OmeUSammelprogramm: Kurzdokumentarfilm Programm 3
Sebastian Kubelka begleitet seine 95-jährige Großmutter an den Ort, den sie 1945 Hals über Kopf verlassen musste. Ein so persönlicher wie empathischer Film über Flucht, Erinnerung und das Weiterleben mit einer Erfahrung, die bis heute nachwirkt.
Sebastian Kubelkas 95-jährige Großmutter steht mitten im Leben. Sie ist gedankenschnell, körperlich fit und fährt noch selbst Auto. Gemeinsam lesen sie einen Bericht über die Ereignisse von 1945, als sie als junges Mädchen ihre Heimat in Engerau an der Donau verlassen und ins zerstörte Wien fliehen musste. Sie erinnert sich: Bombenangriffe, schreiende Menschen, Leichenteile, die eingesammelt wurden. Für viele ging es ins Zwangslager. Sie hatte Glück. Kubelkas Großmutter kann sich in die Lage der Geflüchteten von heute hineinversetzen: „Was diese Menschen durchmachen, ist unvorstellbar. Doch danach fragt keiner.“ Mit dem Twin City Liner kehren beide nach Petržalka zurück – nur 64 Kilometer von Wien entfernt und doch fast ein Jahrhundert weit weg. Zum ersten Mal seit der Flucht ist die Frau wieder an diesem Ort. Manche Erinnerungen kann sie präzise benennen, andere entziehen sich der Sprache. Zurück in Wien steht sie im Garten und spürt die kühle Abendluft. Was bleibt, ist das Weiterleben mit einer Erinnerung, die nie verschwinden wird. (Carl Christian Jamka)
Kamera: Sebastian Kubelka
Schnitt: Simon Essl
Sounddesign: Daniel Strube
Weitere Credits: Zusätzliche Kamera: Jakob Carl Sauer; Dramaturgische Beratung: Joshua Jádi; Mischung: Daniel Strube
Produzent:innen: Sebastian Kubelka
Produktion: WerkFilm e.U.
Gefördert von: Stadt Wien MA 7
Uraufführung: Diagonale '26
Produktionsformat: digital






