Diagonale
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Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Freitag, 20.03.
14:00 Uhr, Annenhof Kino 6

White Snail

Spielfilm, AT/DE 2025, DCP, 115 min, OmeU

Das Model Masha und der Maler Misha begegnen einander in Minsk, Belarus. Zwei einsame Seelen, die von einem anderen Leben träumen und im Gegenüber ein dem eigenen ähnliches Sehnen erkennen. Zwei Seelen, denen es gelingt, die großen Unterschiede für eine Weile zu überbrücken und einander Trost zu spenden. Ein Film, dessen Bedeutung um die starke Metapher der verletzlichen Schnecke kreist, einer unwahrscheinlichen Existenz, die sich dennoch behauptet.

Minsk, Belarus. Er ist groß, breit, ganzkörpertätowiert und könnte sie sehr wahrscheinlich zerquetschen. Denn sie ist zart, hell und könnte jederzeit davongeweht werden. Masha will als Model in China Karriere machen und besucht eine Schule, in der Gehen, Stehen und Blicken geübt wird. Misha arbeitet in der Pathologie, führt Obduktionen durch und sorgt dafür, dass hinterher die Leichen im Sarg trotzdem noch gut aussehen. Außerdem malt er in der Freizeit, aber nicht als Hobby; das Malen ist seine eigentliche Berufung, die Pathologie ist nur Beruf. Und doch prägt das Grauen in vielerlei Gestalt seine Bilder. Vom Morbiden, das Misha umgibt, wird Masha nicht nur magisch angezogen, sondern magische Praktiken spielen tatsächlich eine Rolle: Masha wird von ihrer Mutter zu einer Schamanin gebracht, denn sie hat (möglicherweise) einen Suizidversuch unternommen, und der böse Impuls muss ausgetrieben werden. Und Misha wiederum bringt Masha zu einem Zauberbaum, der Krankheiten der Seele heilen kann. Masha macht sich lustig, kann aber ihre Sehnsucht nach Wärme und Fürsorge nicht verhehlen.

Auf den Essayfilm Space Dogs (2019) und die erträumte Fiktion Dreaming Dogs (2024) lassen Elsa Kremser und Levin Peter mit White Snail einen Spielfilm folgen, der über die beiden Laiendarsteller:innen in den Hauptrollen in der Realität verwurzelt ist: Behutsam beobachtet das Regieduo die Annäherung seiner Protagonist:innen, die vorsichtig die Emotionalität ihrer Figuren erkunden, die vielleicht sogar ihre eigene ist. Die im Film zu sehenden Gemälde stammen von Mikhail Senkov, der als Misha agiert, und Marya Imbro, die Masha spielt, ist als Model tätig. Was sie wohl darüber hinaus noch in die Beziehung ihrer Figuren einfließen lassen? Kremser und Peter legen die Bedeutung ihrer fragmentarischen Narration nicht fest, doch sie bieten mit dem Bild der großen weißen Schnecken, die einander vorsichtig befühlen, eine kraftvolle Metapher an. (Alexandra Seitz)  

Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Buch: Elsa Kremser, Levin Peter
Darsteller:innen: Marya Imbro, Mikhail Senkov, Olga Reptuh, Andrei Sauchanka
Kamera: Mikhail Khursevich
Schnitt: Stephan Bechinger
Originalton: Simon Peter, Johannes Schmelzer-Ziringer
Musik: John Gürtler, Jan Miserre
Sounddesign: Jonathan Schorr
Szenenbild: Kristine Vitola
Kostüm: Lena Oger
Weitere Credits: Re-recording Mixer: Lars Ginzel; Maske: Lana Kaun; Casting: Olga Travkina; Regieassistenz: Kristina Kozlova
Produzent:innen: Lixi Frank, David Bohun, Elsa Kremser, Levin Peter; Ko-Produzent:innen: Heino Deckert, Tina Börner
Produktion: Panama Film, Raumzeitfilm
Koproduktion: Ma.Ja.De. Filmproduktion (DE)
Weltvertrieb: Intramovies
Verleih in Österreich: Filmladen
Gefördert von: ÖFI – Österreichisches Filminstitut
EURIMAGES
ÖFI+
FFW – Filmfonds Wien
Mitteldeutsche Medienförderung
Creative Europe MEDIA
ZDF/ARTE
ORF Film/Fernseh-Abkommen
Uraufführung: Locarno Film Festival Wettbewerb 2025
Österreichische Erstaufführung: Viennale 2025
Kinostart: 23.01.2026
Produktionsformat: digital

 

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