
Mother's Baby
Spielfilm, AT/CH/DE 2025, DCP, 108 min, OmeU + AD
Dank modernster Reproduktionsmedizin erfüllt sich endlich Julias und Georgs Kinderwunsch. Doch statt Mutterglück herrscht Misstrauen: Warum ist Julias Baby so seltsam still? Ist es überhaupt ihres? In ihrer Umgebung stoßen Julias Bedenken auf taube Ohren und zunehmend besorgte Blicke, und bald zweifelt man sogar an ihrem Verstand. Johanna Moder verbindet Motive des Psychodramas und Paranoiathrillers zu einem so packenden wie ungewöhnlichen Film über Mutterschaft.
Als Julia ein paar Wochen nach der Entbindung von einer Gynäkologin gefragt wird, ob sie „ein schönes Geburtserlebnis“ gehabt hätte, bricht sie in Tränen aus. Dass die Geburt für sie schrecklich verlief, ist zu Beginn des Films nicht zu übersehen: Grob wird an ihrem Körper herumhantiert, über ihren Kopf hinweg beraten und beschlossen, nichts erläutert – auch nicht, warum das Neugeborene so eilig aus dem Kreißsaal getragen wurde.
Doch dann ist das Wunschkind, für das Julia und ihr Mann so große Mühen auf sich genommen und keine Kosten gescheut haben – in der noblen Privatklinik Lumen Vitae wurde die künstliche Befruchtung von Dr. Vilfort höchstpersönlich vorgenommen – endlich doch bei seiner Mutter. Julia legt daraufhin in ihrer erfolgreichen Karriere als Dirigentin eine Pause ein, um ganz im neu gewonnenen Mutterglück aufgehen zu können. Doch dieses will sich partout nicht einstellen, stattdessen herrschen in Julias Leben plötzlich Leerlauf und Langeweile. Sowie die bohrende Frage, wer dieser seltsam stille kleine Wurm eigentlich ist, den sie unter Schmerzen gebar.
Mother’s Baby
füllt das oft strapazierte Bild von glücklicher Mutterschaft mit allem, was der gegenwärtige feministische Diskurs bietet. Marie Leuenberger in der Hauptrolle spielt dabei meisterlich die emotionalen Unschärfen und psychischen Untiefen einer emanzipierten Frau, die sich unerwartet aufs Muttersein zurückgestutzt sieht, während Johanna Moders Regieführung gekonnt in der Schwebe hält, ob Geburtstrauma, postpartale Depression, Paranoia oder doch nur die ganz normalen Zurichtungsstrukturen des Patriarchats das Geschehen färben. Oder haben wir es am Ende gar mit einem Horrorfilm zu tun? (Alexandra Seitz)
Content Notes:
Mother’s Baby thematisiert psychische Erkrankungen
Buch: Johanna Moder, Arne Kohlweyer
Darsteller:innen: Marie Leuenberger, Hans Löw, Claes Bang, Julia Franz Richter
Kamera: Robert Oberrainer
Schnitt: Karin Hammer
Originalton: Patrick Storck
Musik: Diego Ramos Rodriguez
Sounddesign: Nils Kirchhoff, Gina Keller
Szenenbild: Hannes Salat
Kostüm: Stefanie Bieker, Carola Pizzini
Produzent:innen: Sabine Moser, Oliver Neumann
Produktion: FreibeuterFilm
Koproduktion: tellfilm (CH), in Zusammenarbeit mit The Match Factory (DE)
Weltvertrieb: The Match Factory
Verleih in Österreich: Filmladen
Gefördert von: ÖFI – Österreichisches Filminstitut
FFW – Filmfonds Wien
ORF Film/Fernseh-Abkommen
Uraufführung: Berlinale Wettbewerb 2025
Österreichische Erstaufführung: Viennale 2025
Kinostart: 24.10.2025
Produktionsformat: digital








