Diagonale
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Diagonale
Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Donnerstag, 19.03.
14:00 Uhr, KIZ Royal 1
Freitag, 20.03.
20:00 Uhr, Rechbauer

Wellen Wende

Dokumentarfilm, AT 2025, DCP, 73 min, 19.3 OmeU, 20.3. OmdU

Ein „reißender Hormoncocktail aus Gefühlen“, Seligkeit, aber auch Strapaz – das Wochenbett prägt das Leben und Fühlen von Judith, Doris, Nina, Ludisis und Luise, die Josephine Ahnelt in ihrem beobachtenden Dokumentarfilm porträtiert. In warmen, intimen 16mm-Aufnahmen rückt sie nah heran und bannt Bindung und Liebe, aber auch Depression, Sorge und das Gefühl des Verlusts der eigenen Identität. Ein Film, der Einblick in eine Normalität gewährt, die zumeist im Verborgenen stattfindet.

„Die Tage sind lang, aber die Jahre sind kurz“ – diesen Spruch hören junge Eltern oft. Die fünf Mütter Judith, Doris, Nina, Ludisis und Luise, die Josephine Ahnelt in ihrem beobachtenden Dokumentarfilm porträtiert, kennen ihn nur zu gut, denn ihre Kinder sind erst seit Kurzem auf der Welt. In intimen 16mm-Aufnahmen rückt Ahnelt nah heran, filmt Seligmachendes und Strapazierendes und vermittelt jenen „reißenden Hormoncocktail aus Gefühlen“, der nicht nur die eigene Identität, sondern auch alles, was mit ihr im Zusammenhang steht, erfasst. Beziehung, Arbeit – der Blick auf sich selbst. Ihre Bilder zeigen sowohl das gleißende Licht, das auf Wäscheberge und freigelegte Brüste fällt, als auch Schreie im Dunkeln, Beruhigungsversuche und Sorgen.

Postpartale Depression und Einsamkeit sind keine Tabuthemen, sondern Facetten eines umfassenden, sensiblen Umbruchs. Wellen Wende wird dabei zum Dokument eines ständigen Abwägens und Austarierens: zwischen Partner- und Elternschaft, Erwerbstätigkeit und Care-Arbeit, Fremd- und Selbstbild. Ahnelt kompiliert dieses Erleben zu einer wertfreien und interessierten Perspektive. Aus dieser werden die Wellen, die im Wochenbett erschreckend hoch schlagen können, zu Ereignissen einer Normalität, die lediglich im Verborgenen stattfindet. Sie sichtbar zu machen, ist nicht nur verbindend und tröstlich, sondern auch ein solidarischer Akt. (Carolin Weidner)  

Regie: Josephine Ahnelt
Buch: Josephine Ahnelt
Darsteller:innen: Judith Rohrmoser, Doris Danzer, Nina Böck, Ludisis Caridad Mones Castelllanos, Luise Reichert
Kamera: Josephine Ahnelt
Schnitt: Esther Fischer
Originalton: Wolf-Maximilian Liebich, Matthias Wagner
Sounddesign: Wolf-Maximilian Liebich
Weitere Credits: Produktionassistenz: Jaime Ibanez; Dramaturgische Beratung: Jessica Lind; Tonmischung: Menura Film, Manuel Grandpierre; Farbkorrektur: Susi Dollnig
Produzent:innen: Josephine Ahnelt
Verleih in Österreich: sixpackfilm
Gefördert von: BMKÖS – innovative film
Land Kärnten Kultur
CINESTYRIA Filmcommission and Fonds
Uraufführung: International Film Festival Rotterdam 2026
Österreichische Erstaufführung: Diagonale '26
Produktionsformat: analog - 16mm

 

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