Diagonale
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Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Freitag, 20.03.
14:45 Uhr, Schubertkino 2

Totschweigen

Dokumentarfilm, AT/DE/NL 1994, DCP, 89 min, dOF

Unmittelbar vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurden im burgenländischen Rechnitz 180 jüdische Zwangsarbeiter:innen ermordet und verscharrt. Nun soll bei Grabungen das Massengrab gefunden werden. Vier Jahre lang dokumentieren Margareta Heinrich und Eduard Erne die Wunden und die Verhärtungen, die Jahrzehnte nach der Todesnacht noch deutlich sichtbar sind. Die Mauer des Schweigens ist zugleich eine des Sprechens: Die einen reden viel, auch wenn sie nichts wissen; die anderen verweigern lautstark die Auskunft.

Es sei „kein besseres Feld geworden, aber auch kein schlechteres“, meint der Bauer, der den Acker bewirtschaftet, unter dem 180 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter begraben sind, die in den letzten Kriegstagen 1945 in Rechnitz erschossen wurden. „Die Pflanzen wissen nichts davon. Sie bringen ihre Frucht, und die Jahre gehen dahin.“

Fünfundvierzig Jahre später, der Eiserne Vorhang wurde gerade erst abmontiert, wird noch immer nach der genauen Stelle des Massengrabs gesucht. Manche können sich noch an die Geschehnisse erinnern, manche wollen nicht mehr. Die im Zusammenhang mit diesem Film oft genannte Rechnitzer „Mauer des Schweigens“ ist jedoch vielmehr eine des Sprechens: Die einen reden viel, auch wenn sie nichts wissen; die anderen verweigern lautstark die Auskunft. Eine alte Frau hat noch immer die Todesschüsse im Ohr.

Vier Jahre lang dokumentieren Margareta Heinrich und Eduard Erne die Wunden und die Verhärtungen, die Jahrzehnte nach der Todesnacht noch deutlich sichtbar sind. Im Herbst 2025 wurde ein neuerlicher Versuch unternommen, das Grab zu finden. Nach zwei Wochen wurde die Suche ohne Ergebnis eingestellt. (Michael Pekler)



Content Notes: Totschweigen thematisiert Kriegsverbrechen und Holocaust  

Regie: Margareta Heinrich, Eduard Erne
Buch: Margareta Heinrich, Eduard Erne
Kamera: Hermann Dunzendorfer, Hans Hager, Fritz Köberl
Schnitt: Paul M. Sedlacek, Regina Turkka-Schubert
Originalton: Oliver Stummer
Musik: Peter Ponger
Produzent:innen: Lukas Stepanik, Roy Dames, Dieter Reifarth
Produktion: Extrafilm
Koproduktion: Strandfilm (DE), Nederlands Film Institut (NL)

 

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