
Das Jahr nach Dayton
Dokumentarfilm, AT 1997, DCP, 204 min, OmdU
Ein Dokumentarfilm über das kriegsversehrte Bosnien, gedreht nach der Unterzeichnung des Abkommens von Dayton, mit dem der Bosnienkrieg (1992–1995) endete. Eine ebenso epische Momentaufnahme wie intime Langzeitbeobachtung des ersten Friedensjahres 1996. Und ein großer Porträtfilm über eine sehr gegenwärtige Frage: Wie zusammenleben? Durch die Jahreszeiten, von einem Winter zum nächsten begleitet Nikolaus Geyrhalter eine Handvoll Menschen, die das Schrecklichste hinter und eine ungewisse Zukunft vor sich haben.
Bosnien, 1996. Nach Ende des Krieges begleitet Nikolaus Geyrhalter ein Jahr lang eine Handvoll Menschen, von einem Winter zum nächsten. Die große Erkenntnis dieses großen Porträtfilms lautet: Nach einer solchen Katastrophe gibt es keine Fragen mehr, nur noch Antworten. Die Fragen bleiben hinter der Kamera, gestellt von Dolmetscher:innen, die nie in Erscheinung treten. Die Porträtierten hingegen, die das Schlimmste hinter sich und nichts als Ungewissheit vor sich haben, antworten unablässig. Ebenso antwortet die gefilmte Wirklichkeit, bei der Exhumierung von Massengräbern oder beim notdürftigen Neubezug von zerstörten Häusern mit undichten Dächern. Nur eine Antwort fehlt, nämlich jene auf die ungläubige Frage, wie „das“ geschehen konnte: ein Bruderkrieg in einem Land, in dem Menschen verschiedener Ethnien und Kulturen einst friedlich zusammenlebten. Eine epische Momentaufnahme und eine intime Langzeitbeobachtung, in deren Fokus die Menschen stehen, keine Nationen. (Philipp Stadelmaier)
Content Notes:
Das Jahr nach Dayton thematisiert Kriegserfahrungen
Buch: Nikolaus Geyrhalter, Wolfgang Widerhofer
Kamera: Nikolaus Geyrhalter
Schnitt: Wolfgang Widerhofer
Originalton: Hrvoje Durasek
Weitere Credits: Schnittassistenz: Thomas Winkler
Produzent:innen: Nikolaus Geyrhalter
Produktion: Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
Weltvertrieb: Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
Verleih in Österreich: Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
Gefördert von: ÖFI – Österreichisches Filminstitut
ORF Film/Fernseh-Abkommen
Uraufführung: Internationale Filmfestspiele Venedig 1997
Österreichische Erstaufführung: Viennale 1997

