
Postadresse: 2640 Schlöglmühl
Dokumentarfilm, AT 1990, Film 16mm, 85 min, dOF
Im Jahr 1982 wurde die Papierfabrik im niederösterreichischen Schlöglmühl, einer der wichtigsten Arbeitgeber im Ort und in der Region, geschlossen. 269 Menschen verloren ihren Job. Acht Jahre später spürte Egon Humer den Ursachen und den Resultaten der Schließung nach und schuf eine der bemerkenswertesten sozialen Studien der heimischen Kinogeschichte.
Im Jahr 1982 wurde die Papierfabrik im niederösterreichischen Schlöglmühl, einer der wichtigsten Arbeitgeber im Ort und in der Region, geschlossen. 269 Menschen verloren ihren Job. Acht Jahre später spürte Egon Humer den Ursachen und den Resultaten der Schließung nach und schuf eine der bemerkenswertesten sozialen Studien der heimischen Kinogeschichte.
Während die Kamera die morbide Schönheit des allmählich verfallenden Geländes einfängt, lässt Humer die Betroffenen zu Wort gekommen, für die die Fabrik ihr Lebensmittelpunkt war. Auch Politisches kommt zur Sprache, etwa die Tatsache, dass eine gewerkschaftliche Aktion gegen die Stilllegung „von oben“ verhindert wurde. Es überwiegt das Gefühl, vergessen worden zu sein, und die Ohnmacht ist deutlich spürbar. Auf der Tonebene beeindrucken Zitate aus der berühmten Sozialstudie
Die Arbeitslosen von Marienthal
aus dem Jahr 1933, auch Tagebucheinträge und Briefe werden vorgelesen. Gedreht wurde ausschließlich in Schlöglmühl: im Arbeiterwerkshaus, im Volksmund „Kaserne“ genannt, bei den Gleisen der Bahn in die Fabrik, auf dem Bahnhof, in der Kirche und im Gasthaus, das wie mehrere andere Schauplätze nicht mehr existiert. (Andreas Ungerböck)
Buch: Egon Humer
Kamera: Peter Freiß
Schnitt: Karina Ressler
Originalton: Alf Schwarzlmüller
Weitere Credits: Sprecherin: Eva Hosemann; Licht: Rudolf Pribitzer; Mischung: Hannes Neubauer; Wissenschaftliche Beratung: Lisa Fischer, Matthias Perl; Textberatung: Herbert Giese
Produktion: Prisma Film- und Fernsehproduktion
Kinostart: 10.06.1991










