Diagonale
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Diagonale
Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Samstag, 21.03.
20:00 Uhr, Schubertkino 1
Sonntag, 22.03.
14:00 Uhr, Annenhof Kino 6

Wahlkampf

Dokumentarfilm, AT 2026, DCP, 97 min, dOF

Wie erhält man die meisten Stimmen oder verliert die wenigsten? Wie rückt man den eigenen Spitzenkandidaten ins beste Licht? In seiner Langzeitbeobachtung Wahlkampf begleitet Harald Friedl ein junges, ambitioniertes Wahlkampfteam auf seinem Weg durch das „Superwahljahr“ 2024. Da heißt es reden, überzeugen, die Werbetrommel rühren: Während sich in der herausfordernden Arbeit des Teams das ereignisreiche Wahljahr widerspiegelt, bietet Wahlkampf tiefe Einblicke in die politische Kultur Österreichs.

„Alles gut, was kann schiefgehen?“ Nach etwa 20 Filmminuten hört man Andreas Babler diese Worte sagen. Gerade war er vom Wahlkampfteam für seinen Auftritt beim „kleinen“ SPÖ-Parteitag im niederösterreichischen Wieselburg gebrieft worden. Gleich darauf betritt er, von den Kameras der TV-Sender umringt und vom Beifall des Publikums begleitet, den Saal. Es ist der 27. April 2024. Auf der Bühne prangt am Rednerpult das Motto des Parteitags „Mit Herz und Hirn“. Noch bevor Babler zu sprechen beginnt, schneidet der Film auf ein Interview des ORF-Magazins Report mit Gerhard Zeiler, seines Zeichens ehemaliger Intendant des ORF, Medienmanager und SPÖ-Parteimitglied. Zeiler konstatiert, dass Babler die Partei zu weit nach links führe.

Wie unter einem Brennglas gibt die kurze Szene Auskunft nicht nur über die politischen Realitäten in einem Land, in dem Mehrheiten links der Mitte Episoden geblieben sind. Sie verdeutlicht zugleich die Herangehensweise des Films an seinen Gegenstand, den Wahlkampf. Liegt doch der Schwerpunkt von Harald Friedls Langzeitbeobachtung weniger auf den Resultaten als vielmehr auf dem Prozess. Vom legendären Parteitag in Linz am 3. Juni 2023, an dem Babler noch nicht und dann doch zum Vorsitzenden der SPÖ gekürt wurde, bis zur Angelobung der Dreierkoalition am 3. März 2025 folgt Friedl den Stationen einer Entwicklung, die mit der Angelobung keineswegs abgeschlossen ist. Dabei wird deutlich, welcher Anstrengungen es bedarf und mit welchen Widerständen man rechnen muss beim Versuch, Partei wie Gesellschaft zu demokratisieren. Und den politischen Diskurs mit Themen zu besetzen, die nicht einer neoliberalen, rechtspopulistischen oder gar libertären Agenda entspringen. (Vrääth Öhner)  

Regie: Harald Friedl
Buch: Harald Friedl
Kamera: Maximilian Smoliner
Schnitt: Dieter Pichler
Originalton: Andreas Hamza, Cristian Iorga
Musik: Gerald Schuller, Sigi Meier
Sounddesign: Tong Zhang-Colussi
Produzent:innen: Constantin Wulff, Johannes Holzhausen, Johannes Rosenberger
Produktion: Navigator Film Produktion
Verleih in Österreich: Filmladen
Gefördert von: ÖFI – Österreichisches Filminstitut
ÖFI+
FFW – Filmfonds Wien
Land Niederösterreich Kultur
Uraufführung: Diagonale '26
Kinostart: 24.04.2026
Produktionsformat: digital

 

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