Diagonale
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Festival des österreichischen Films
18. – 23. März 2026, Graz

FilmprogrammRegisseur:innen | Spielplan

 

Samstag, 21.03.
19:30 Uhr, KIZ Royal 1

The Love That Remains / Ástin sem eftir er

Spielfilm, IS/DK/SE/FR 2025, DCP, 110 min, OmeU

Anna und Magnus gehen nach ihrer Trennung getrennte Wege, die sich dennoch häufig kreuzen. Die drei Kinder nehmen das Ende der elterlichen Beziehung gelassen, immerhin gibt es noch gemeinsame Ausflüge und Familienessen. Ein Film in Fragmenten aus zwei Lebenswelten, über weibliche Selbstbehauptung und männliche Wehleidigkeit. Pálmason erzählt die Chronik einer Entfremdung mit ausgeprägtem Sinn für Humor und versieht sie – es lebe der riesige tote Hahn! – mit fantastisch-surrealen Momenten.

Anna (Saga Garðarsdóttir) und Magnus (Sverrir Guðnason) haben sich getrennt. Möglicherweise hat sich aber auch nur Anna von Maggi, wie er genannt wird, getrennt. Jedenfalls sieht es auf den ersten Blick danach aus, denn nach dem gemeinsamen Familienessen muss sich Maggi in seine Kajüte schlafen legen. Maggi arbeitet auf einem Trawler, die Heringsaison hat begonnen, bald muss er wieder zur See. Die Teenagertochter und die jüngeren Zwillingsbrüder – gespielt von Pálmasons eigenen Kindern – nehmen die Trennung anscheinend gelassen. Ob sich die Eltern trotzdem noch befummeln? Das ist nur eine von vielen Fragen, die auftauchen, wenn diese es an Eindeutigkeit fehlen lassen. Manchmal liegt das Geheimnis des Könnens tatsächlich im Wollen.

Nach seinem formidablen Historiendrama Godland, in dem ein dänischer Priester in einem abgelegenen Teil der Insel eine Kirche bauen möchte, erzählt Pálmason mit The Love That Remains ein gegenwärtiges und zugleich unkonventionelles Familiendrama. Denn statt einer klassischen Erzählung über das Ende einer Beziehung und den üblichen Neubeginn wohnt man hier dem kläglichen männlichen Versuch bei, sich an Vertrautes zu klammern.

Pálmason findet für dieses zeitgeistige Bemühen die passenden Bilder: Großaufnahmen von Pilzen und Beeren beim harmonischen Familienausflug suggerieren vergängliche Schönheit, während sich eine Seemine in Maggis Fischernetz verfängt. Von der Entsorgung eines angeblich aggressiven Hahns bis zum Besuch eines arroganten Galeristen, der sich nicht für Annas rostfarbene Kunstwerke interessiert, reichen die surrealen Einschübe, die Pálmason zunehmend ins Absurde steigert. Am Ende kann Maggis Selbstmitleid jedenfalls buchstäblich baden gehen. (Michael Pekler) 

Regie: Hlynur Pálmason
Buch: Hlynur Pálmason
Darsteller:innen: Ingvar Sigurdsson, Sverrir Gudnason, Saga Garðarsdóttir, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Anders Mossling
Kamera: Hlynur Pálmason
Schnitt: Julius Krebs Damsbo
Originalton: Björn Viktorsson
Musik: Harry Hunt
Sounddesign: Björn Viktorsson
Szenenbild: Frosti Fridriksson
Kostüm: Nina Grønlund
Produzent:innen: Rémi Burah, Katrin Pors, Anton Máni Svansson
Produktion: Still Vivid (IS)
Koproduktion: Snowglobe (DK), Hobab (SE), Maneki Films (FR)
Weltvertrieb: New Europe Film Sales
Verleih in Österreich: Filmladen
Uraufführung: Festival de Cannes: Cannes Première 2025
Österreichische Erstaufführung: Viennale 2025

 

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